27 April 2026, 12:21

Betriebsprüfungen in Sachsen-Anhalt brechen ein – während Niedriglöhne boomen

Plakat mit einem britischen Granit Arbeiter vor einem Berg- und Baumhintergrund mit dem Text "Was unser Freihandel bedeutet - Britischer Granit Arbeiter - Die faire Lohnklausel ist in Ordnung, aber ich will Arbeit."

Betriebsprüfungen in Sachsen-Anhalt brechen ein – während Niedriglöhne boomen

Die Zahl der Betriebsprüfungen in Sachsen-Anhalt ist seit 2022 drastisch zurückgegangen. Damals kontrollierten die Behörden noch 1.598 Unternehmen, doch bis 2025 sank diese Zahl auf nur noch 691. Der Rückgang fällt in eine Zeit, in der die Debatten über faire Löhne und deren Durchsetzung zunehmen – kurz vor der geplanten Erhöhung des Mindestlohns im Jahr 2027.

2022 waren in Sachsen-Anhalt noch 65.738 Unternehmen gemeldet, bis 2025 verringerte sich ihre Zahl auf 62.211. Trotz der geringeren Anzahl an Betrieben führte die Finanzkontrolle illegaler Beschäftigung (FKS) 2025 lediglich 691 Prüfungen durch – ein leichter Anstieg gegenüber 677 im Jahr 2024, aber deutlich weniger als die 1.598 Kontrollen drei Jahre zuvor. Statistisch gesehen muss ein Unternehmen heute nur noch alle 90 Jahre mit einer Zollprüfung rechnen.

Niedriglöhne bleiben in der Region ein hartnäckiges Problem. Rund 195.000 Beschäftigte – das entspricht 23,3 % der Arbeitnehmer – verdienen weniger als 15 Euro pro Stunde. Besonders betroffen sind nicht tarifgebundene Arbeitsplätze, wo 35 % der Mitarbeiter unter dieser Grenze liegen. Der gesetzliche Mindestlohn in Deutschland betrug Anfang 2026 13,90 Euro und soll 2027 auf 14,60 Euro steigen.

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Besonders eklatant sind die Kontrolldefizite in der Landwirtschaft. Von 2.105 Betrieben im Jahr 2025 wurden nur neun überprüft – statistisch gesehen müsste ein landwirtschaftlicher Betrieb also alle 234 Jahre mit einer Kontrolle rechnen. Insgesamt liegt die aktuelle Zahl der Zollprüfungen bei nur noch 42,4 % des Niveaus von 2022.

Der Rückgang der Kontrollen und die hohe Zahl der Niedriglohnbeschäftigten dürften die Diskussionen in Sachsen-Anhalt weiter anheizen. Angesichts der geplanten Mindestlohnerhöhung 2027 wird der Druck auf strengere Durchsetzung und fairere Arbeitsbedingungen voraussichtlich steigen. Die sinkende Zahl der Unternehmen und die seltenen Kontrollen verstärken zudem die Bedenken hinsichtlich der Einhaltung von Vorschriften und des Arbeitnehmerschutzes.

Quelle