Berlin reformiert Schulgesetz: Strengere Fehlzeitenkontrollen und digitale Lernhilfen geplant
Hannah BöhmBerlin reformiert Schulgesetz: Strengere Fehlzeitenkontrollen und digitale Lernhilfen geplant
Berlins Bildungssystem steht vor einer großen Reform: Senat billigt Entwurf zur Änderung des Schulgesetzes
Nach der Zustimmung des Senats steht Berlins Schulwesen vor einer umfassenden Modernisierung. Die geplanten Änderungen des Schulgesetzes zielen darauf ab, die schulischen Leistungen zu verbessern, Schulschwänzen einzudämmen und digitale Werkzeuge stärker in den Unterricht zu integrieren. Der Gesetzentwurf geht nun an das Abgeordnetenhaus, wo er beraten und endgültig beschlossen werden soll.
Das neue Gesetz sieht strengere Regeln für die Kontrolle von Schulbesuch und krankheitsbedingten Fehlzeiten vor. Schülerinnen und Schüler mit häufigen unentschuldigten Fehlzeiten oder fragwürdigen ärztlichen Attesten könnten künftig verpflichtende Untersuchungen durch einen Amtsarzt erhalten. Diese Maßnahmen richten sich gegen unentschuldigte Schulversäumnisse und mögliche Kindeswohlgefährdungen – nicht jedoch gegen Kinder mit chronischen Erkrankungen.
Zudem wird die Lernentwicklung der Schülerinnen und Schüler systematischer erfasst. Standardisierte Tests und digitale Dokumentationen sollen Lernrückstände früher erkennen und die Qualität des Unterrichts bewerten. Ziel ist es, schwächeren Schülerinnen und Schülern schneller Hilfe zukommen zu lassen und die Unterrichtsmethoden zu optimieren.
Die Novelle enthält auch Leitlinien zum Einsatz von künstlicher Intelligenz im Bildungsbereich. Darüber hinaus regelt das Gesetz die Übergänge zwischen den Schulformen neu, um den Prozess zu vereinfachen. Als Vorbild dienen internationale Projekte wie der bayerische Pilotversuch "Evidenzbasierte Schule", bei dem datengestützte Förderung in Mathematik und Deutsch zu messbaren Fortschritten führte. Ein ähnliches Schweizer Programm, die IFCH, zeigte durch regelmäßige Lernstandserhebungen ebenfalls Verbesserungen in Mathematik und Sprachkompetenzen.
Sollte das Gesetz verabschiedet werden, wäre dies ein Schritt hin zu einer stärker datenbasierten Bildung in Berlin. Schulen würden vermehrt auf standardisierte Tests und digitale Systeme setzen, um den Unterricht zu steuern und gezielt zu fördern. Gleichzeitig werden die Verfahren bei Fehlzeiten verschärft, um sicherzustellen, dass Schülerinnen und Schüler die nötige Unterstützung erhalten – und mögliche Risiken frühzeitig erkannt werden.






