Bechtle baut Führung um – und setzt auf Effizienz in schwierigen Zeiten
Hannah BöhmBechtle baut Führung um – und setzt auf Effizienz in schwierigen Zeiten
Bechtle formt Führungsteam um – angesichts anhaltender Herausforderungen im IT-Kerngeschäft
Der IT-Dienstleister Bechtle reagiert auf die anhaltenden Schwierigkeiten in seinem Kerngeschäft mit einer Neuaufstellung der Unternehmensführung. Das Unternehmen kündigte weitreichende Veränderungen im Vorstand an, darunter die Berufung eines neuen Vorstandsvorsitzenden sowie eine schlankere Führungsstruktur. Die Umstrukturierung erfolgt vor dem Hintergrund branchenweiter Belastungen, etwa durch anhaltende Engpässe bei Speicherchips und steigende Kosten.
Der Aufsichtsrat wird den Vorstand bis Januar 2027 von vier auf drei Mitglieder verkleinern. Antje Leminsky scheidet turnusgemäß Ende 2026 aus dem Gremium aus, während Konstantin Ebert zu Beginn des Jahres 2027 die Position des Vorstandsvorsitzenden von Thomas Olemotz übernimmt. Das neue dreiköpfige Führungsteam soll interne Prozesse beschleunigen, um das gesteckte Umsatzziel von 10 Milliarden Euro bis 2030 zu erreichen.
Gleichzeitig warnt Bechtle vor finanziellen Gegenwinden: Die Vorsteuermarge werde voraussichtlich bis 2026 auf höchstens fünf Prozent sinken – ein Rückgang gegenüber früheren Werten. Dennoch plant das Unternehmen, die Dividende stabil bei 0,70 Euro je Aktie zu halten, obwohl der Gewinn im vergangenen Jahr bereits rückläufig war. Eine genauere Einschätzung zur Versorgung mit Speicherchips und deren Auswirkungen auf die Ertragslage soll bis Mitte 2026 vorliegen.
Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen hat sich die Bechtle-Aktie im vergangenen Jahr besser entwickelt als die vieler Wettbewerber, darunter Siemens, Atos und Fujitsu. Besonders die Stärken im IT-Vertrieb und bei Managed Services – vor allem in den deutschsprachigen Märkten – haben dem Unternehmen ein schnelleres Wachstum als der Konkurrenz ermöglicht. Doch die anhaltenden Chip-Engpässe und höhere Kosten treiben die Preise weiter in die Höhe und sorgen für Unsicherheit in der Branche.
Mit der Umstrukturierung will Bechtle die Entscheidungswege straffen, um in einem schwierigeren Marktumfeld handlungsfähiger zu bleiben. Mit einem neuen Vorstandschef und einem schlankeren Führungsteam setzt das Unternehmen auf mehr Effizienz, um seine langfristigen Umsatzziele zu erreichen. Die Aktionäre erhalten trotz sinkender Gewinne und schrumpfender Margen dieselbe Dividende wie im Vorjahr.






