AfD überholt CDU/CSU bundesweit – doch lokal scheitert sie an der Realität
Hannah BöhmAfD überholt CDU/CSU bundesweit – doch lokal scheitert sie an der Realität
Die AfD hat in bundesweiten Umfragen zugelegt und die CDU/CSU mit einem schmalen Vorsprung überholt. Bei Kommunalwahlen musste die Partei jedoch wiederholt Niederlagen einstecken – zuletzt in der Uckermark. Unterdessen widmet sich eine neue Folge des Bundestalk-Podcasts der Frage, wie sich die etablierten Parteien auf den Aufstieg der Rechtspopulisten einstellen.
In der Diskussion äußern sich der Politikanalyst Gareth Joswig, die Investigativjournalistin Anne Fromm und der Parlamentarische Korrespondent Stefan Reinecke zu Strategien, mit denen der wachsende Einfluss der AfD eingedämmt werden könnte.
In der Uckermark setzte sich die amtierende CDU-Politikerin Karina Dörk klar gegen ihren AfD-Herausforderer Felix Teichner im Kreistagsrennen durch. Dörk mied Debatten über symbolträchtige Themen wie die „Brandmauer“ gegen die AfD und betonte stattdessen ihre Bilanz und Kompetenz. Ihr Ansatz stand im Kontrast zu Teichners Wahlkampf, in dem der AfD-Abgeordnete ein gemäßigteres Image pflegte – sogar mit Klavierstücken des linksextremen Liedermachers Hannes Wader.
Trotz dieses lokalen Rückschlags bleibt die AfD in regionalen Umfragen dominant. In Sachsen-Anhalt führt die Partei mit 41 Prozent, in Mecklenburg-Vorpommern liegt sie bei 36 Prozent. Bundesweit zeigen Erhebungen die AfD mit zwei bis drei Punkten knapp vor der CDU/CSU.
Doch die größeren Ambitionen der Partei stoßen in Ostdeutschland auf Grenzen. Von 28 Bürgermeister- und Kreistagswahlen, die die AfD in diesem Jahr bestritt, gewann sie nur zwei. Gleichzeitig wechseln Wähler, die der CDU und CSU den Rücken kehren, vor allem zu linksextremen Parteien oder bleiben der Wahl fern – nur ein kleiner Teil geht zur AfD.
Die jüngste Folge von Bundestalk – verfügbar auf Spotify, Deezer, iTunes und der Website des Verlags – beleuchtet diese Verschiebungen. Die Runde erörtert, ob sich der bundesweite Schwung der AfD auch lokal in Erfolge umsetzen lässt – oder ob die jüngsten Niederlagen auf tiefere strukturelle Probleme bei der Expansion der Partei hindeuten.
Die gemischten Ergebnisse der AfD verdeutlichen eine Kluft zwischen ihrer bundesweiten Umfragestärke und der lokalen Wahlerfolge. Zwar führt die Partei in ostdeutschen Schlüsselregionen, doch ihre Kandidaten haben in direkten Duellen gegen etablierte Konkurrenten Schwierigkeiten. Die Analyse im Bundestalk-Podcast legt nahe, dass die demokratischen Parteien möglicherweise Wege finden, den Aufstieg der AfD zu bremsen – auch wenn die politische Landschaft weiter unberechenbar bleibt.






