07 April 2026, 14:28

Zwei Statuen, zwei Geschichten: Erinnerung und Kontroverse in Brandenburg und Washington

Ein Holocaust-Denkmal steht in der Mitte einer Straße, umgeben von einem Metallzaun, umgeben von Grün, Häusern und einem bewölkten Himmel.

Zwei Statuen, zwei Geschichten: Erinnerung und Kontroverse in Brandenburg und Washington

Zwei Statuen, zu unterschiedlichen Zeiten und tausende Kilometer voneinander entfernt errichtet, stehen als eindringliche Mahnmale für die Gegensätze der Geschichte. In Brandenburg erinnert eine Skulptur aus Cortenstahl an Jutta Baumwol, eine Frau, die nach Auschwitz deportiert und während des Holocaust ermordet wurde. Unterdessen wurde 2020 in Washington D.C., mitten in den Protesten gegen Amerikas koloniale Vergangenheit, eine Statue von Christoph Kolumbus in der Nähe des Weißen Hauses aufgestellt.

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Die Statue von Jutta Baumwol steht an einer ruhigen Landstraße in Brandenburg. Sie markiert den Eingang zum Gut Neuendorf im Sande, wo sie und andere in den frühen 1940er-Jahren zur Zwangsarbeit gezwungen wurden. Die aus verwittertem Cortenstahl gefertigte Figur ruht auf einem von Ameisen bedeckten Baumstumpf – ein Symbol für Widerstandsfähigkeit und Erinnerung. Die Skulptur wurde 2018 auf Initiative ihres Bruders errichtet. Jährlich versammeln sich hier Besucher am Holocaust-Gedenktag (27. Januar) und zum Jahrestag der Befreiung (8. Mai). Dieser Mai wäre Baumwols 101. Geburtstag gewesen.

Auf der anderen Seite des Atlantiks fand die Kolumbus-Statue im September 2020 ihren Platz an der Nordseite des Eisenhower Executive Office Building. Der damalige Präsident Donald Trump ordnete die Aufstellung während der Black-Lives-Matter-Proteste an, als die Debatten über Kolonialismus und rassistische Ungerechtigkeit an Schärfe gewannen. Italienisch-amerikanische Gruppen, darunter die Vereinigung Italian American Organizations United, unterstützten den Schritt und präsentierten Kolumbus als Symbol des kulturellen Erbes. Die Aufstellung erfolgte zu einer Zeit, in der viele Städte Denkmäler mit Bezug zu Unterdrückung und Gewalt entfernten.

Die beiden Mahnmale verkörpern heute gegenläufige historische Erzählungen – das eine ehrt ein Opfer nationalsozialistischer Gräueltaten, das andere eine Figur, die mit der gewaltsamen Kolonisierung Amerikas durch Europa verbunden ist.

Die Baumwol-Skulptur bleibt ein zentraler Ort der Erinnerung in Brandenburg und zieht an bedeutenden Gedenktagen Besucher an. In Washington sorgt die Kolumbus-Statue weiterhin für Diskussionen darüber, wie Nationen mit ihrer Vergangenheit umgehen. Beide stehen als sichtbare Zeugnisse der Geschichte – jedes für ein anderes Kapitel menschlichen Leidens und Erbes.

Quelle