02 February 2026, 20:38

Zukunft des Naturcamping Lüneburger Heide in Soltau steht auf der Kippe

Eine Luftaufnahme einer großen Gruppe von Zelten in einer Stadt, umgeben von Gebäuden, Bäumen, Gras, Fahrzeugen und Polen, wahrscheinlich ein Flüchtlingslager.

Zukunft des Naturcamping Lüneburger Heide in Soltau steht auf der Kippe

Voll besetzte Sitzung des Bauausschusses in Soltau zieht großes öffentliches Interesse auf sich

Diese Woche sorgte eine gut besuchte Sitzung des Bauausschusses in Soltau für große Aufmerksamkeit. Im Mittelpunkt stand die Zukunft des Naturcamping Lüneburger Heide, eines Campingplatzes, dem im Rahmen der langfristigen Stadtplanung möglicherweise die Schließung droht. Anwohner und Vertreter der Stadt gerieten in Streit über Pläne, eine bestehende Bebauungssperre für das Gebiet zu verlängern.

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Der historische Ratssaal war kaum in der Lage, die vielen Besucher unterzubringen, sodass die Organisatoren zusätzliche Sitzplätze einrichten mussten. Viele Anwesende waren gekommen, um über die erste Verlängerung der Bebauungssperre zu diskutieren, die mit dem Entwurf des Bebauungsplans für den Campingplatz – mittlerweile unter dem Namen Naturcamping Lüneburger Heide bekannt – verbunden ist. Die CDU argumentierte, eine solche Sperre sei höchstens für ein weiteres Jahr zu rechtfertigen, und warnte davor, sie unbegrenzt fortzuführen.

Die Bewohner des Campingplatzes äußerten vehementen Widerstand gegen das langfristige Ziel der Stadt, den Standort zu schließen. Sie beschrieben ihr Leben dort als erfüllend und zeigten sich frustriert über die Aussicht, ihre Heimat zu verlieren. Geschäftsführer Torben Kostiuk betonte, dass der Campingplatz derzeit rechtmäßig betrieben werde und die Sperre seinen aktuellen Status nicht verändere.

Gleichzeitig wurde in der Sitzung auch über weiterreichende Entwicklungspläne gesprochen. Der Campingplatz liegt auf einem 100 Hektar großen Gelände, das für ein neues Industrie- und Gewerbegebiet in der Nähe der Autobahn A7 vorgesehen ist, angrenzend an Soltau-Ost III. Der Schuhhändler Deichmann prüft noch, ob er in diesem Bereich ein Logistikzentrum errichten wird – eine Entscheidung, die von globalen politischen und wirtschaftlichen Faktoren abhängt.

Bürgermeister Karsten Brockmann wies auf den dringenden Bedarf an weiteren Wohnbauflächen hin und verwies auf die hohe Nachfrage nach Bauland entlang der Tetendorfer Straße. Die SPD unterstützte Pläne, Soltau Ost IV als Reservefläche auszuweisen, mit der Begründung, dass zusätzliches Land für die zukünftige Nutzung gesichert werden müsse.

Die Bebauungssperre bleibt vorerst eine vorübergehende Maßnahme, wobei die CDU darauf besteht, dass sie nicht über ein weiteres Jahr hinaus verlängert werden könne. Die Anwohner leben weiterhin in Unsicherheit, während die Stadt ihre langfristigen Planungen für die Flächenentwicklung vorantreibt. Der Campingplatz wird vorerst wie gewohnt betrieben, doch seine Zukunft hängt von anstehenden Entscheidungen über die industrielle Expansion und den Wohnraumbedarf ab.