13 March 2026, 16:43

ZDK reformiert sich radikal – Bruch mit alten Machtstrukturen und dem ZVK

Ein Mercedes-Benz A-Klasse Hatchback auf der IAA in Frankfurt, glänzend schwarz mit Chromakzenten, niedriger Profil, breite Basis, markantes Grill und Aluminiumräder, umgeben von Menschen.

ZDK reformiert sich radikal – Bruch mit alten Machtstrukturen und dem ZVK

Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) hat seine internen Strukturen grundlegend reformiert – ein Schritt, der als Vorstoß für mehr Transparenz und klarere Führungsprinzipien beworben wird. Die im Januar beschlossenen Änderungen erfolgen vor dem Hintergrund wachsender Spannungen mit dem Zentralverband Deutches Kraftfahrzeug-Handwerk (ZVK) und markieren einen tiefgreifenden Wandel in der Arbeitsweise des Verbands.

Mit den Reformen endet die langjährige Praxis der personellen Verflechtung zwischen ZDK und ZVK; künftig gelten strikte Trennungen zwischen den beiden Organisationen. Gremien übernehmen nun rein beratende Funktionen, während das Sprecherrecht ausschließlich der ZDK-Führung vorbehalten bleibt. Verbandspräsident Thomas Peckruhn und Geschäftsführer Jürgen Hasler bezeichnen die Neuerungen als notwendig, um den Branchenrealitäten gerecht zu werden und die Entscheidungsprozesse zu optimieren.

Ein zentraler Konflikt eskalierte im Oktober 2025, als der ZVK Anspruch auf 95 Prozent der ZDK-Mitgliedsbeiträge erhob und damit rechtliche Auseinandersetzungen auslöste. Zwar hat der Streit um die Abgasuntersuchungsgebühren (AÜK) mittlerweile weitgehend an juristischer Brisanz verloren, doch bleiben grundsätzliche Meinungsverschiedenheiten ungelöst. Der ZDK hat zudem direkte Mitgliedschaftswege für Werkstätten eingeführt, die einen direkten Beitritt zur Bonner Zentrale ermöglichen – ein Schritt, der regionale Innungen vor Isolation bewahren soll.

Nach den neuen Regeln erhält die Handwerksführung einen Sitz im ZDK-Vorstand; Personalentscheidungen bedürfen künftig der Zustimmung der Mitgliederversammlung. Der Verband plant, in betroffenen Regionen verstärkt Aufklärungsarbeit zu leisten und Unternehmen über die Folgen eines möglichen Austritts zu informieren.

Eine Rückkehr zur Zusammenarbeit zwischen ZDK und ZVK bleibt zwar möglich, setzt jedoch voraus, dass der ZVK die neuen Governance-Strukturen anerkennt und die politische Gestaltungshoheit der Bonner Zentrale akzeptiert. Die Reformen stehen für einen klaren Bruch mit alten Praktiken: Der ZDK setzt auf direkte Steuerung und transparente Kommunikationswege.

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