Xavier Becerra: Vier Jahrzehnte Politik zwischen Erfolg und harter Kritik
Elias WernerXavier Becerra: Vier Jahrzehnte Politik zwischen Erfolg und harter Kritik
Xavier Becerra steht seit seiner Amtszeit in der Regierung von US-Präsident Joe Biden in der scharfen Kritik. Gegner werfen ihm vor allem vor, die COVID-19-Politik und die Betreuung unbegleiteter Migrantenkinder mangelhaft gestaltet zu haben. Doch seine politische Karriere umfasst fast vier Jahrzehnte – vom Landesabgeordneten bis zum Bundesgesundheitsminister.
Sein Einstieg in die Politik gelang Becerra 1990, als er ein Mandat in der California State Assembly gewann. Später saß er zwölf Legislaturperioden lang im US-Kongress, bevor er zum Generalstaatsanwalt Kaliforniens aufstieg. Seine jüngste Position war die des Leiters des Gesundheitsministeriums (Department of Health and Human Services, HHS) unter Präsident Biden – ein Amt, das er fast vier Jahre lang innehatte.
Kritiker werfen ihm Versagen vor, insbesondere während der Pandemie und bei der Aufsicht über das Wohl von Migrantenkindern. Sein einstiger innerparteilicher Rivale Tom Steyer bezeichnete Becerras Bilanz in einem Wahlkampf-Flyer als von „Skandalen“ und „Inkompetenz“ geprägt. Die ehemalige Obama-Beraterin Susan Rice nannte ihn 2024 sogar einen „Idioten“.
Seine Unterstützer hingegen heben seine Erfolge hervor. Ron Klain, Bidens ehemaliger Stabschef, lobte Becerras Arbeit im Gesundheitsministerium und verwies auf seine Verhandlungsführung, die zu niedrigeren Medikamentenpreisen und einem besseren Zugang zur Gesundheitsversorgung führte. Zwar machen ihm Gegner die Probleme an der Grenze zum Vorwurf, doch sein Zuständigkeitsbereich war begrenzt: Er leitete das Office of Refugee Resettlement (Büro für Flüchtlingsansiedlung), nicht jedoch die Grenzsicherung oder die Einwanderungsbehörde.
Becerras Wirken bleibt umstritten. Während seine Befürworter ihm wichtige Reformen im Gesundheitswesen zuschreiben, konzentrieren sich seine Kritiker auf die Kontroversen seiner Amtszeit. Mit fast 40 Jahren im öffentlichen Dienst wird sein politischer Einfluss – und die Debatten darüber – kaum verblassen.






