27 March 2026, 14:22

Wie die AfD zur mächtigen Oppositionspartei wurde – trotz aller Kritik

Zeitung mit gelbem, zerknittertem Papier, schwarzer Tinte und der ├ťberschrift "Semanario Rep├║blicano Democr├ítico Federal" mit dem Wort "Diskussion".

Wie die AfD zur mächtigen Oppositionspartei wurde – trotz aller Kritik

Die AfD: Vom EU-skeptischen Außenseiter zur politischen Kraft

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Die Alternative für Deutschland (AfD) hat sich von einer randständigen EU-kritischen Gruppe zu einer bedeutenden politischen Kraft entwickelt. 2013 gegründet, verfehlte sie zunächst den Einzug ins Parlament, gewann aber an Zuspruch, indem sie sich zunehmend dem rechtspopulistischen Lager zuwandte. Der Soziologe Aladin El-Mafaalani hat gleichzeitig untersucht, warum Misstrauen gegenüber Institutionen solche Bewegungen stärkt – und warum bloße Enthüllungen ihrer Schwächen ihre Anhängerschaft nicht schwächen.

Ursprünglich als EU-kritische Partei gestartet, erreichte die AfD 2013 bei der Bundestagswahl 4,7 Prozent und 2014 bei der Europawahl sieben Prozent. Nach einer Spaltung 2015 verließ der gemäßigtere Flügel die Partei, die sich daraufhin weiter in Richtung nationalkonservativer und populistischer Positionen bewegte. Bis 2026 stellt sie die zweitstärkste Oppositionsfraktion im Bundestag, geführt von Tino Chrupalla und Alice Weidel. Kritiker werfen der AfD vor, Antisemitismus, Rassismus und Extremismus zu dulden – besonders in ostdeutschen Bundesländern wie Sachsen und Thüringen, wo ihre Unterstützung weiterhin hoch ist.

El-Mafaalani, Soziologe aus Dortmund, analysiert, wie sich Misstrauen gegenüber staatlichen Institutionen, Gerichten, Wissenschaft und Medien verbreitet. In seinem Buch "Gemeinschaften des Misstrauens" argumentiert er, dass Menschen, die das Vertrauen in traditionelle Systeme verlieren, sich mit Gleichgesinnten verbünden. Digitale Medien ermöglichen es diesen misstrauischen Individuen, sich zu vernetzen und enge Gruppen zu bilden. Diese "Gemeinschaften des Misstrauens" setzen ihr Vertrauen stattdessen in Parteien wie die AfD, die sich offen gegen die liberale Demokratie stellen.

Laut El-Mafaalani reicht es nicht aus, die Inkompetenz der AfD nachzuweisen, um das demokratische Vertrauen ihrer Anhänger zurückzugewinnen. Stattdessen schlägt er vor, dass ein besseres Verständnis dieser Dynamiken helfen könnte, den Rechtspopulismus wirksamer zu bekämpfen. Seine Forschung zieht auch Parallelen zum Aufstieg von Figuren wie Trump und zeigt, wie ähnliche Muster in verschiedenen politischen Landschaften entstehen.

Das Wachstum der AfD spiegelt tiefgreifendere Verschiebungen im öffentlichen Vertrauen wider: Ihre Anhänger fühlen sich durch gemeinsames Misstrauen gegenüber etablierten Institutionen verbunden. El-Mafaalanis Arbeit unterstreicht die Schwierigkeit, diesen Trend umzukehren, da traditionelle Argumente bei denen, die bereits in "Gemeinschaften des Misstrauens" verankert sind, kaum Wirkung zeigen. Die anhaltende Präsenz der Partei in der deutschen Politik macht deutlich, dass neue Strategien nötig sind, um ihrer Anziehungskraft zu begegnen.

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