Warum der Ausstieg aus fossilen Brennstoffen trotz Klimakrise stockt – ein ARD-Film sucht Antworten
Hannah BöhmDiskussion an der Zapfsäule - Warum der Ausstieg aus fossilen Brennstoffen trotz Klimakrise stockt – ein ARD-Film sucht Antworten
Ein neuer ARD-Dokumentarfilm untersucht, warum der Ausstieg aus fossilen Brennstoffen trotz wachsender Klimasorgen nur langsam vorankommt. "Panorama: Vollgetankt in die Klimakrise" wird am Donnerstag, dem 29. Januar, um 21:45 Uhr ausgestrahlt. Der Film beleuchtet das komplexe Geflecht aus Politik, Wirtschaft und persönlichen Entscheidungen, das Benzin und Diesel weiterhin im Alltag verankert.
Im Mittelpunkt steht ein 38-jähriger Tankstellenleiter. Er macht sich Sorgen um die Erderwärmung, ist aber auf den Verkauf von Sprit angewiesen, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Seine Situation verdeutlicht die schwierigen Abwägungen, vor denen viele in einer noch immer CO2-abhängigen Welt stehen.
Die Dokumentation geht den Hindernissen nach, die einen schnelleren Wandel zu sauberer Mobilität blockieren. Für die Ölindustrie haben steigende CO2-Preise seit 2021 fossile Brennstoffe teurer gemacht. Unternehmen müssen nun Verschmutzungszertifikate erwerben, was die Kosten auf die Verbraucher abwälzt. Gleichzeitig hat globale Unsicherheit – etwa die Bemühungen des ehemaligen US-Präsidenten Trump, die Energiewende zu bremsen – Firmen zögern lassen, in Alternativen zu investieren.
Auch die Autohersteller sehen sich mit eigenen Herausforderungen konfrontiert. Elektrofahrzeuge bleiben teuer, und der Mangel an Ladestationen bremst den Fortschritt. Höhere CO2-Steuern allein werden das Problem nicht lösen, da die Infrastruktur für grüne Mobilität hinterherhinkt. Die Herangehensweise der Bundesregierung hat zudem Widerstand ausgelöst. Statt Verbraucher und Unternehmen vollständig für die zusätzlichen CO2-Kosten zu entschädigen, wurden viele mit der finanziellen Last allein gelassen. Die ursprünglichen Pläne, bis 2050 klimaneutral zu werden, wurden verwässert – nun ist nur noch eine Reduktion der Emissionen um 55 Prozent bis 2030 vorgesehen. Der Film zeigt, wie politische Kompromisse zwischen Union und SPD zu diesen abgeschwächten Zielen führten.
Um diese Fragen zu ergründen, spricht das "Panorama"-Team mit Führungskräften der Ölindustrie, Automobilherstellern und Regierungsvertretern. Ihre Gespräche offenbaren die wirtschaftlichen und sozialen Zwänge, die den Wandel zu klimafreundlicher Mobilität prägen – oder verzögern.
Der Film zeichnet ein Bild, in dem fossile Brennstoffe trotz ihrer Klimafolgen tief im Alltag verankert bleiben. Er zeigt, wie politische Entscheidungen, Widerstand aus der Wirtschaft und persönliche Umstände eine komplexe Barriere für Veränderung schaffen. "Panorama: Vollgetankt in die Klimakrise" bietet keine einfachen Lösungen, legt aber die Weichen für die anstehenden Entscheidungen auf dem Weg nach vorn.
