07 May 2026, 16:28

VW prüft Zukunft von vier deutschen Werken – doch Entlassungen sind tabu

Fabrikgebäude von Puma in Deutschland mit Fahrzeugen auf der Straße, Straßeninfrastruktur, Vegetation und einem bewölkten Himmel.

VW prüft Zukunft von vier deutschen Werken – doch Entlassungen sind tabu

Volkswagen hat vier deutsche Werke als zu teuer im Betrieb eingestuft, doch bestehende Vereinbarungen verbieten Entlassungen bis mindestens 2030. Der Konzernchef Oliver Blume nannte Emden, Zwickau, Hannover und Neckarsulm als die Standorte, die unter besonderer Beobachtung stehen. Trotz der hohen Kosten sind Werksschließungen jedoch nur das letzte Mittel im Rahmen der Sparpläne des Unternehmens.

Die Produktionskosten der vier betroffenen Werke variieren derzeit stark. Im Audi-Werk Neckarsulm belaufen sich die Kosten auf fast 6.200 Euro pro Fahrzeug, während das Porsche-Werk in Leipzig über 6.500 Euro pro Auto veranschlagt. Doch bis 2025 sollen die Ausgaben in Zwickau auf unter 4.500 Euro pro Wagen sinken, in Emden auf etwa 5.500 Euro. Einige dieser Standorte gelten sogar als kosteneffizienter als die Porsche-Produktion.

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Die eigentliche Herausforderung liegt jedoch nicht nur bei den Kosten, sondern auch am Mangel an zukünftigen Aufträgen. Interne Prognosen deuten darauf hin, dass diese Werke nur noch bis in die frühen 2030er-Jahre Fahrzeuge produzieren werden. Ohne die Zuteilung neuer Modelle ist ihre langfristige Zukunft ungewiss. Volkswagen strebt an, die europäische Produktion um bis zu 500.000 Fahrzeuge pro Jahr zu reduzieren – das entspricht fast zwei gesamten Werken.

Blume bezeichnete Werksschließungen als die „schlechteste und teuerste Option“ zur Bewältigung der Überkapazitäten. Stattdessen könnte das Unternehmen die Produktion nach 2030 oder 2033 in kostengünstigere Standorte in Süd- oder Osteuropa verlagern. Bis dahin bleiben die Kündigungsschutzregelungen bestehen und verhindern betriebsbedingte Entlassungen.

Volkswagens Sparpläne stoßen jedoch auf Grenzen durch Tarifvereinbarungen und sich ändernde Produktionsanforderungen. Die vier Werke werden vorerst weiterbetrieben, doch ihre Zukunft hängt davon ab, ob neue Modellaufträge gesichert werden können. Ohne diese könnte der Konzern die Produktion langfristig ins Ausland verlagern, um die Kosten zu senken.

Quelle