Volkswagen streicht 100.000 Jobs und schließt vier Werke bis 2035
Volkswagen hat tiefgreifende Veränderungen angekündigt, um seine Zukunft zu sichern. Das Unternehmen plant, bis 2035 über 100.000 Arbeitsplätze abzubauen und vier Werke zu schließen. Zusätzlich zu den bereits geplanten 50.000 Stellenstreichungen könnten bis zu 65.000 weitere Jobs wegfallen.
Die Umstrukturierung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Volkswagen Mühe hat, mit der Konkurrenz im Bereich der Elektromobilität und digitalen Innovation Schritt zu halten. Rückläufige Nachfrage und ein schrumpfender Marktanteil zwingen das Unternehmen zum Handeln. Konzernchef Oliver Blume warnte, dass Volkswagen ohne diese Maßnahmen ab 2030 dauerhafte Verluste drohen.
Zu den Plänen gehört auch die Halbierung des Modellportfolios von 150 auf etwa 75 Fahrzeuge. Vermögenswerte wie Ducati und Europcar sollen veräußert, der Anteil an Traton reduziert werden. Mit diesen Schritten sollen Kapital beschafft und Kosten gesenkt werden.
Der Aufsichtsrat wird am 9. Juli über das Sparpaket abstimmen. Bei einer Zustimmung könnte im August eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen werden, um die Marke VW und die Komponentensparte in eigenständige Einheiten auszugliedern. Selbst bei einer Ablehnung des Plans könnte es noch zu einer außerordentlichen Hauptversammlung kommen.
Die geplanten Kürzungen würden mehr als 100.000 der weltweit 660.000 Beschäftigten von Volkswagen betreffen. Als größter Industriearbeitgeber Deutschlands werden die Entscheidungen des Konzerns weitreichende Auswirkungen auf die gesamte Automobilbranche und regionale Wirtschaften haben. Die Überlebensstrategie des Unternehmens hängt von diesen mutigen, aber schmerzhaften Schritten ab.
