Volkswagen setzt Zulieferer mit neuem Nachhaltigkeits-Check unter Druck
Lotta BrandtVolkswagen setzt Zulieferer mit neuem Nachhaltigkeits-Check unter Druck
Volkswagen AG führt neues globales Nachhaltigkeitsbewertungssystem für Zulieferer ein
Der Volkswagen-Konzern hat ein neues, weltweites Bewertungssystem für Nachhaltigkeit bei seinen Zulieferern eingeführt. Die Maßnahme ist das Ergebnis von fast einem Jahr Vorbereitung und zielt darauf ab, strengere Standards entlang der gesamten Lieferkette des Unternehmens durchzusetzen. Noch vor der offiziellen Einführung des Systems wurden bereits 64 direkte Zulieferer wegen schwerwiegender Verstöße – darunter Kinderarbeit und Korruption – ausgeschlossen.
Das neue System verlangt von allen Zulieferern eine Selbsteinschätzung sowie die Vorlage entsprechender Nachweise. Diese Angaben werden anschließend von unabhängigen Drittparteien überprüft. Bei verbleibenden Zweifeln finden Vor-Ort-Kontrollen statt, um die Einhaltung der Vorgaben sicherzustellen.
Die Bewertung analysiert Risiken in vier zentralen Bereichen: Menschenrechte, Umweltschutz, Korruptionsbekämpfung und Arbeitssicherheit. Zulieferer, die diese Standards nicht erfüllen, müssen mit dem sofortigen Ausschluss von Aufträgen rechnen. Der aktualisierte Verhaltenskodex für Geschäftspartner des Konzerns verlangt nun eine vollständige Einhaltung der Nachhaltigkeitskriterien – und zwar nicht nur von den direkten Zulieferern, sondern auch von deren Unterauftragnehmern.
Für die Zukunft plant Volkswagen, die Bewertungskriterien um CO₂-Emissionen innerhalb der Lieferkette zu erweitern. Das System wird schrittweise in den verschiedenen Marken und Regionen eingeführt und unterstreicht damit das Bestreben des Unternehmens nach mehr Transparenz und Verantwortung.
Die verschärften Nachhaltigkeitsvorgaben bedeuten eine strengere Kontrolle für tausende Zulieferer weltweit. Wer gegen Umwelt-, Sozial- oder Antikorruptionsregeln verstößt, verliert seine Verträge. Der Volkswagen-Konzern hat klar gemacht, dass die Einhaltung der Standards nicht verhandelbar ist – die Konsequenzen zeigen sich bereits in der vorzeitigen Abkehr von 64 Zulieferern noch vor dem offiziellen Start des Systems.