Volkswagen glänzt mit Milliardengewinn – doch die Aktie bleibt im Tal der Tränen
Lotta BrandtVolkswagen glänzt mit Milliardengewinn – doch die Aktie bleibt im Tal der Tränen
Volkswagen bleibt eine finanzielle Macht – im vergangenen Jahr verbuchte der Konzern einen Gewinn von 10,7 Milliarden Euro. Doch die Aktie kämpft mit Schwäche: Innerhalb des letzten Jahrzehnts verlor sie mehr als die Hälfte ihres Werts. Die Kluft zwischen den robusten Erträgen und der schwachen Börsenperformance lässt Anleger an der Zukunftsstrategie des Unternehmens zweifeln.
Die Probleme begannen mit dem späten Einstieg in den Markt für Elektrofahrzeuge. Volkswagen baute seine Produktionskapazitäten aus, ohne die Kundennachfrage ausreichend zu prüfen – die Folge: Überproduktion und schrumpfende Margen. Trotz eines Umsatzes von 324 Milliarden Euro im Jahr 2024 liegt die Marktkapitalisierung nun bei nur noch 45,2 Milliarden Euro – ein Bruchteil der 1,4 Billionen Dollar, die Tesla auf die Waage bringt. Dabei erzielte Tesla 2023 mit 8,4 Milliarden Dollar sogar einen geringeren Gewinn.
Seit 2021 befindet sich die Volkswagen-Aktie in einem stetigen Abwärtstrend, während der DAX im gleichen Zeitraum um 104 Prozent zulegte. Auch der Gewinn pro Aktie (EPS) sank; für 2025 wird ein Wert von 15,90 Euro erwartet. Analysten prognostizieren jedoch eine mögliche Erholung auf 33,80 Euro bis 2028 – vorausgesetzt, das Unternehmen stabilisiert seine Geschäfte.
Die Vorzugsaktie notiert derzeit mit einem niedrigen Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 5,64 für 2025 und nur 3,89 für 2026, was sowohl Chancen als auch Risiken für Investoren signalisiert. Politische Einflüsse spielen ebenfalls eine Rolle: Niedersachsen, größter Einzelaktionär, entsandte Vertreter der Grünen in den Aufsichtsrat. Diese personelle Veränderung könnte langfristige strategische Weichenstellungen beeinflussen, während Volkswagen nach einer Wende sucht.
Eine nachhaltige Erholung von Geschäft und Aktienkurs ist zwar möglich, hängt aber davon ab, ob es gelingt, Produktionsfehler zu korrigieren und sich an veränderte Marktbedingungen anzupassen. Der Weg nach vorn bleibt mit erheblichen Unsicherheiten verbunden.
Volkswagens finanzielle Stärke steht im Kontrast zur schwächelnden Aktie – ein ambivalentes Bild für Anleger. Sollten die Gewinne bis 2028 wie prognostiziert steigen, wird die Fähigkeit des Konzerns, eine Trendwende einzuleiten, darüber entscheiden, ob er zu seinen Konkurrenten aufschließen kann. Die derzeit niedrige Bewertung spiegelt sowohl die Risiken als auch das mögliche Aufwärtspotenzial wider.






