USA ziehen 5.000 Soldaten aus Deutschland ab – Pistorius fordert mehr europäische Eigenverantwortung
Noah WeberUSA ziehen 5.000 Soldaten aus Deutschland ab – Pistorius fordert mehr europäische Eigenverantwortung
Die USA haben angekündigt, innerhalb des nächsten Jahres 5.000 Soldaten aus Deutschland abzuziehen. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius bezeichnete den Schritt als erwartet und forderte Europa auf, mehr Verantwortung für die eigene Sicherheit zu übernehmen.
Die Entscheidung fällt zu einer Zeit, in der in Deutschland rund 38.000 US-Soldatinnen und -Soldaten stationiert sind, darunter wichtige militärische Kommandostäbe. Pistorius räumte ein, dass die Reduzierung der US-Truppen bereits absehbar gewesen sei. Er betonte, dass die amerikanischen Streitkräfte zwar seit Langem die europäische Verteidigung unterstützten, ihre Präsenz aber auch strategischen Interessen der USA diene.
NATO-Vertreter arbeiten derzeit mit Washington zusammen, um die Details des Abzugs final zu regeln. Der Prozess soll zwischen sechs und zwölf Monaten dauern.
Als Reaktion darauf plant Deutschland, die Bundeswehr von derzeit 185.000 auf 260.000 Soldatinnen und Soldaten zu vergrößern. Kritiker halten diese Aufstockung jedoch für unzureichend und fordern einen noch umfassenderen Ausbau der Streitkräfte.
Der Minister wiederholte, dass Europa seine eigenen Verteidigungsfähigkeiten stärken müsse. Angesichts der sich wandelnden globalen Dynamik unterstrich er die Notwendigkeit größerer Eigenständigkeit in Sicherheitsfragen.
Durch den Abzug verringert sich zwar die Zahl der US-Soldaten in Deutschland, doch wichtige Kommandostandorte bleiben bestehen. Die Aufrüstung der Bundeswehr soll einen Teil der entstehenden Lücken schließen.
Die Veränderungen spiegeln eine grundlegendere Neuausrichtung der transatlantischen Sicherheitszusammenarbeit wider, bei der Europa künftig eine größere Rolle für den eigenen Schutz übernehmen soll.






