USA erlauben Massenabschiebungen von Haitianern und Syrern mit Schutzstatus
Lotta BrandtUSA erlauben Massenabschiebungen von Haitianern und Syrern mit Schutzstatus
Der Oberste Gerichtshof der USA hat entschieden, dass die Regierung unter Donald Trump Hunderttausende Haitianer und Tausende Syrer abschieben darf, die derzeit unter dem vorläufigen Schutzstatus (Temporary Protected Status, TPS) stehen. Von der Entscheidung betroffen sind über 330.000 Haitianer und etwa 6.100 Syrer, die 2025 in den USA leben. Kirchenvertreter haben mit dringenden Appellen nach alternativen Lösungen reagiert.
Bischof Brendan J. Cahill vom Migrationsausschuss der US-amerikanischen Bischofskonferenz bezeichnete das Urteil als „moralische Krise“. Er forderte den Präsidenten auf, statt Abschiebungen den Aufschub der Zwangsausreise (Deferred Enforced Departure) anzuwenden. Zudem rief er den Kongress dazu auf, den TPS-Schutz für die Gefährdeten zu verlängern.
Pater Eugène Almonor, Seelsorger der haitianischen katholischen Gemeinde im Erzbistum Philadelphia, warnte, dass eine Rückkehr nach Haiti für viele lebensbedrohlich sei. Erzbischof Thomas G. Wenski aus Miami unterstützte diese Bedenken und verwies auf die weit verbreitete Bandengewalt und eine Cholera-Epidemie in Haiti. Er fügte hinzu, dass eine plötzliche Abschiebung der TPS-Inhaber aus Haiti die US-Wirtschaft schwer belasten könnte.
Stand März 2025 lebten etwa 1,3 Millionen Menschen mit TPS in den USA. Laut Kirchenvertretern haben sich die haitianischen Schutzstatus-Inhaber in die Gemeinden integriert und leisten einen bedeutenden wirtschaftlichen Beitrag.
Die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs ebnet den Weg für Massenabschiebungen. Religiöse Führer setzen sich weiterhin für politische Maßnahmen ein, um die Ausweisung langjähriger Einwohner zu verhindern. Ihre Warnungen unterstreichen sowohl die humanitären als auch die wirtschaftlichen Risiken großangelegter Abschiebungen.
