US-Regierung stoppt rassenspezifische WGs an Universitäten – warum das Streit auslöst
Lotta BrandtUS-Regierung stoppt rassenspezifische WGs an Universitäten – warum das Streit auslöst
Die US-Bundesregierung geht nun gegen rassenspezifische „Affinitäts-Wohngemeinschaften“ an Universitäten vor. Diese Wohnheimregelungen, die Studierende nach ethnischer Zugehörigkeit trennen, existieren seit Jahrzehnten. Behörden vertreten die Auffassung, dass sie gegen bundesweite Antidiskriminierungsgesetze verstoßen.
Amerikanische Hochschulen bieten seit Langem Wohnmöglichkeiten an, die bestimmten ethnischen Gruppen vorbehalten sind. Die Universitäten bezeichnen diese als freiwillig, doch Gerichte haben solche Begründungen in der Vergangenheit bereits zurückgewiesen. Der Oberste Gerichtshof der USA hatte das Prinzip „getrennt, aber gleich“ im Bildungsbereich bereits verworfen.
Auch die Zulassungspraxis steht in der Kritik. Bis zum Urteil im Fall „Students for Fair Admissions gegen Harvard“ im Jahr 2023 setzten viele Universitäten de facto ethnische Quoten ein. Prozessakten zeigten, dass weiße und asiatische Bewerber zugunsten von schwarzen und lateinamerikanischen Studierenden benachteiligt wurden. Einige Hochschulen haben seitdem objektive Kriterien wie SAT-Ergebnisse abgeschafft, was Vorurteile schwerer nachweisbar macht.
Auch akademische Standards geraten unter Druck. Harvard begrenzt mittlerweile die Anzahl der Bestnoten pro Kurs, um der Noteninflation entgegenzuwirken. An der Universität von Kalifornien schließen hingegen weniger als 25 Prozent der geförderten Minderheitenstudierenden in naturwissenschaftlichen Fächern innerhalb von fünf Jahren mit einem entsprechenden Abschluss ab.
Kritik gibt es zudem bei der Dozentenauswahl. Einige Einrichtungen schließen heterosexuelle weiße Bewerber von vornherein aus. In Berkeley fordern über 1.400 Professoren die Wiedereinführung der SAT-Pflicht, um sicherzustellen, dass zugelassene Studierende ausreichend qualifiziert sind.
Das Vorgehen der Regierung gegen Affinitäts-Wohnheime markiert eine neue Phase in der Auseinandersetzung mit rassenspezifischen Hochschulpolitiken. Die Universitäten sehen sich weiterhin mit rechtlichen und akademischen Herausforderungen in den Bereichen Zulassung, Benotung und Personalauswahl konfrontiert. Diese Entwicklungen spiegeln die anhaltenden Debatten über Chancengerechtigkeit und Standards im amerikanischen Bildungssystem wider.
