13 April 2026, 02:14

Unbegrenzte Rüstungsdeals: Wie Deutschland 64 Milliarden ohne Kontrolle ausgibt

Organigramm der United States Air Force mit dem Verteidigungsminister an der Spitze, das die Zweige und ihre Rollen durch Pfeile verbindet.

Unbegrenzte Rüstungsdeals: Wie Deutschland 64 Milliarden ohne Kontrolle ausgibt

Deutschlands Rüstungsausgaben geraten unter Kritik nach Aufhebung der Haushaltsgrenzen

Die Militärausgaben Deutschlands stehen in der Kritik, nachdem die Regierung Rüstungsaufträge von den Haushaltsbeschränkungen ausgenommen hat. Damit sind nahezu unbegrenzte Waffenkäufe möglich – darunter über 40 Verträge ohne Ausschreibungsverfahren im Wert von mehr als 64 Milliarden Euro. Das Investigativmedium CORRECTIV stellt nun die mangelnde Transparenz dieser Entscheidungen infrage.

Die Bundesregierung hatte die Verteidigungsausgaben für 2025 von der Schuldenbremse befreit und so den Weg für unbegrenzte Beschaffungen von Waffen und Ausrüstung geebnet. Dieser Schritt folgte einer Vereinfachung der Vergaberegeln, die es dem Bundesministerium der Verteidigung (BMVg) ermöglicht, Aufträge ohne wettbewerbliche Ausschreibung zu vergeben.

CORRECTIV untersucht seit Längerem den Ausbau der Bundeswehr und den möglichen Einfluss der Rüstungsindustrie auf Verteidigungskäufe. Im Rahmen der Recherchen beantragte das Team die Herausgabe von Messenger- und SMS-Nachrichten zwischen Ministeriumsvertretern und Branchenführern, darunter Rheinmetall-Chef Armin Papperger. Das Ministerium verweigerte jedoch die Offenlegung mit der Begründung, die Veröffentlichung könnte die militärische Sicherheit gefährden und die Transparenz von Entscheidungsprozessen untergraben.

Die Ermittlungen zeigten zudem, dass einige Verträge an Unternehmen gingen, die zuvor nicht an Testphasen beteiligt waren. Ein solcher Deal betrifft Rheinmetall, das rückwirkend einen Auftrag für Drohnenlieferungen erhalten soll. Der Haushaltsausschuss des Bundestags wird im April über die Vereinbarung abstimmen.

Angesichts der Geheimhaltung legte CORRECTIV Widerspruch ein und fordert teilweise Transparenz vom Ministerium. Dieses hält jedoch an seiner Weigerung fest, die angeforderten Kommunikationen offenzulegen.

Die Entscheidung der Regierung, auf Ausschreibungen zu verzichten und Nachrichten vorzuenthalten, wirft Fragen nach der Rechenschaftspflicht bei Rüstungsausgaben auf. Mit über 64 Milliarden Euro, die über Verträge ohne Wettbewerb vergeben wurden, könnte der Ausgang des Rechtsstreits von CORRECTIV entscheiden, wie viele Details öffentlich werden. Die anstehende Abstimmung des Bundestags über den Drohnenvertrag mit Rheinmetall wird die Transparenz der Militärbeschaffung weiter auf die Probe stellen.

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