Tempelhofer Feld: 21.400 Wohnungen am Rand – und die Wiese bleibt frei
Hannah BöhmTempelhofer Feld: 21.400 Wohnungen am Rand – und die Wiese bleibt frei
Ein neuer Vorschlag könnte 21.400 Wohnungen auf dem Tempelhofer Feld ermöglichen – und dabei den Großteil der Freifläche erhalten. Der von zivilgesellschaftlichen Gruppen unterstützte Plan zielt darauf ab, Berlins Wohnungsnot zu lindern, ohne die 200 Hektar große Wiesenlandschaft zu opfern. Bei einer Genehmigung würde dies einen Kurswechsel zum Referendum von 2014 bedeuten, das eine Bebauung des ehemaligen Flughafenareals blockierte.
2014 hatten sich die Berlinerinnen und Berliner für den Schutz des Tempelhofer Felds vor Bebauung ausgesprochen und es als öffentlichen Park bewahrt. Nun schlägt ein neuer Ansatz vor, Wohnraum nur an den Rändern des Geländes zu errichten. Dadurch blieben die zentralen Wiesen erhalten, während gleichzeitig Platz für geschätzt 50.000 Bewohnerinnen und Bewohner entstehen würde.
Unterdessen verschärft sich die Wohnungskrise in der Hauptstadt weiter. Berlins sieben landeseigene Wohnungsbaugesellschaften planen, ihren Bestand von derzeit 408.000 auf 440.000 Wohnungen bis 2030 auszubauen. Der Großteil dieses Wachstums soll durch Neubauten entstehen – insgesamt sind 56.000 zusätzliche Wohnungen in den nächsten zehn Jahren vorgesehen. Bis 2035 könnte die Zahl der verwalteten Wohnungen auf fast 465.000 steigen.
Regierender Bürgermeister Kai Wegner befürwortet sowohl den Ankauf bestehender Immobilien als auch den Bau an den Rändern des Tempelhofer Felds. Er zeigt sich kompromissbereit bei der Bebauung, sofern diese wirtschaftlich tragbar bleibt. Durch die kombinierten Maßnahmen könnten in den kommenden Jahren bezahlbare Wohnungen für rund 120.000 Menschen geschaffen werden.
Der Vorschlag bietet einen Kompromiss zwischen dringendem Wohnraumbedarf und dem Erhalt von Grünflächen. Bei Umsetzung würden Tausende neue Wohnungen entstehen, während der Kernbereich des Tempelhofer Felds unangetastet bliebe. Gleichzeitig sind die städtischen Wohnungsbaugesellschaften auf Kurs, ihren Bestand bis 2030 deutlich zu erhöhen.






