30 March 2026, 10:16

Tausende protestieren in Köln und Bonn gegen sexualisierte Gewalt und digitale Übergriffe

Gruppe von Menschen mit einem Banner "Du kannst uns nicht unterdrücken, vereine dich widerstehe Feministin" auf einer Straße, mit einem Fahrrad in der Nähe und Ballons im Hintergrund unter einem klaren blauen Himmel.

Tausende protestieren in Köln und Bonn gegen sexualisierte Gewalt und digitale Übergriffe

Tausende gingen am Wochenende in Köln und Bonn auf die Straße, um gegen sexualisierte Gewalt zu protestieren. Die Demonstrationen folgten einer erneuten öffentlichen Debatte, die durch eine Der-Spiegel-Untersuchung zu digitaler Gewalt gegen Frauen ausgelöst worden war. Die Protestierenden forderten strengere gesetzliche Schutzmaßnahmen und riefen Männer dazu auf, schädliche Einstellungen zu hinterfragen.

Am Samstag zogen in Köln mehr als 5.000 Menschen gegen sexualisierte Gewalt durch die Stadt. Viele trugen Schilder, darunter eines mit der Aufschrift "Girls just wanna be safe" – eine Anspielung auf den Song von Cindy Lauper. Politikerinnen der CDU-Frauen-Union hielten Reden und setzten sich für bessere Schutzmechanismen für Frauen ein, stießen damit bei den Demonstranten jedoch auf wenig Begeisterung.

Am folgenden Tag versammelten sich über 500 Protestierende auf dem Bonner Marktplatz vor dem alten Rathaus. Die Kundgebung war von einem Bündnis aus Stadtratsparteien organisiert worden, darunter Grünen, CDU, SPD und Volt. Alle Redner betonten, dass Männer Verantwortung übernehmen müssten, um Frauenfeindlichkeit zu bekämpfen.

Die Proteste stehen im Kontext wachsender Besorgnis über digitale Gewalt. Ein Der-Spiegel-Bericht aus dem Jahr 2023 hatte Vorwürfe der Schauspielerin Collien Fernandes gegen ihren Ex-Mann, den Schauspieler Christian Ulmen, thematisiert und damit eine breitere Diskussion ausgelöst. Als Reaktion kündigte Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) an, nicht einvernehmliche Deepfake-Pornografie unter Strafe zu stellen, um eine rechtliche Grauzone zu schließen. Dieser Schritt steht im Einklang mit EU-Vorgaben wie der Richtlinie zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen, die Deutschland bis Juni 2027 umsetzen muss, sowie dem Digital Services Act – auch wenn die Umsetzung durch Plattformen weiterhin lückenhaft bleibt.

Tim Achtermeyer, Co-Vorsitzender der Grünen in Nordrhein-Westfalen, kritisierte Bundeskanzler Friedrich Merz dafür, strengere Schutzmaßnahmen für Frauen nicht zu unterstützen. Die Demonstrationen spiegeln die Frustration über die zögerliche Bekämpfung von Gewalt, sowohl im digitalen als auch im realen Raum, wider.

Die Proteste am Wochenende in Köln und Bonn unterstrichen die Forderungen nach rechtlichen Reformen und einem gesellschaftlichen Wandel. Zwar sind neue Gesetze gegen Deepfake-Pornografie in Vorbereitung, doch Aktivisten bestehen darauf, dass weitere Schritte nötig sind. Das Thema bleibt eine zentrale politische und soziale Herausforderung in Deutschland.

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