Stromausfälle in Mumbai: Hitze und veraltete Netze bringen die Stadt an den Rand des Kollapses
Hannah BöhmStromausfälle in Mumbai: Hitze und veraltete Netze bringen die Stadt an den Rand des Kollapses
Häufige Stromausfälle in Mumbai lösten am Dienstag eine hitzige Debatte in der Legislativversammlung von Maharashtra aus. Die Krise stößt bei Oppositionsabgeordneten auf scharfe Kritik und zwingt die Behörden zum raschen Handeln.
Mumbai verzeichnete im Mai und Juni die höchsten Temperaturen seit 57 Jahren. Die extreme Hitze führte zu einem drastischen Anstieg des Strombedarfs, der das veraltete Verteilernetz der Stadt an seine Grenzen brachte. Die Folge: wiederkehrende Stromausfälle in verschiedenen Stadtteilen.
Der Shiv-Sena-(UBT)-Abgeordnete Ajay Chaudhary behauptete, Stromabschaltungen seien in den vergangenen zwei Jahren zur Routine geworden. Zudem wies er auf die zunehmende Nutzung provisorischer Jumper-Verbindungen in Südmumbai als besorgniserregendes Problem hin. Oppositionsabgeordnete, darunter Amin Patel, inszenierten einen kurzen Protest im Parlament. Patel drohte mit einem Hungerstreik, falls sich die Lage nicht bessere.
Die Landesregierung machte für die Störungen den starken Nachfrageanstieg und die Überlastung des Netzes verantwortlich. Als Reaktion darauf identifizierte das städtische Energieversorgungsunternehmen BEST drei Standorte für neue Umspannwerke, um die Belastung des bestehenden Systems zu verringern. Zudem laufen Arbeiten zur Modernisierung von rund 1.200 Verteilungsstellen. Parallel dazu wird die Einstellung von 719 neuen Mitarbeitern vorangetrieben – fast 150 Stellen wurden bereits besetzt, um den Personalmangel zu beheben.
Versammlungspräsident Rahul Narwekar äußerte sich besorgt über die wiederkehrenden Ausfälle und kündigte ein hochrangiges Treffen an, um einen langfristigen Aktionsplan zur Lösung des Problems zu erarbeiten.
Regierung und BEST unternehmen nun Schritte, um die Infrastruktur zu verbessern und den Personalstand aufzustocken. Neue Umspannwerke und Modernisierungsmaßnahmen sollen die Stromausfälle reduzieren und die Versorgung stabilisieren. Die Legislativversammlung wird die weiteren Entwicklungen genau verfolgen.
