Streit um Mogilewer Brücke: Warum Initialen für Zündstoff sorgen
Neue Brücke in Mogilew löst Streit aus
Eine neu benannte Brücke in Mogilew sorgt für Kontroversen unter lokalen Aktivisten. Die Konstruktion an der Puschkin-Allee trägt nun den Namen Brücke des Helden der Sowjetunion M. I. Jaschin – eine Entscheidung, die Kritiker als Verstoß gegen offizielle Benennungsregeln anprangern. Trotz der Einwände betonen die Stadtbehörden, dass die Mehrheit der Bürger den Vorschlag in einer öffentlichen Abstimmung unterstützt habe.
Das Mogilewer Stadtexekutivkomitee bestätigte die Umbenennung über seinen offiziellen Kanal. Die Toponymie-Kommission hatte den Namen genehmigt, der einen sowjetischen Krieghelden mit Initialen statt mit vollem Namen ehrt. Dieses Format widerspricht jedoch einer Resolution des Staatlichen Eigentumskomitees aus dem Jahr 2008.
Die Resolution legt drei strenge Kriterien für die Benennung von Straßen und Infrastruktur fest: Erstens müssen Namen klar und eindeutig sein, um Verwechslungen zu vermeiden. Zweitens ist veraltete Formulierung wie "benannt nach" oder "zu Ehren von" in modernen Toponymen verboten. Drittens – und hier besonders relevant – ist die Verwendung von Initialen ausdrücklich untersagt.
Aktivisten argumentieren, dass nur wenige Einwohner wüssten, wofür M. I. Jaschin stehe. Initialen könnten verschiedene Namen repräsentieren, und Übersetzungen könnten ihre Bedeutung in anderen Sprachen verändern. Diese Mehrdeutigkeit, so ihre Kritik, untergrabe den Sinn eines Gedenknamens. Die Behörden hingegen beharren darauf, dass die Mehrheit der Abstimmungsteilnehmer den Namen befürwortet habe.
Die Brücke trägt nun einen Titel, der nach Ansicht der Aktivisten gegen drei zentrale Benennungsregeln verstößt. Die Stadtverwaltung hält daran fest, dass die Bevölkerung hinter der Entscheidung stehe – trotz der historischen und sprachlichen Probleme. Der Streit zeigt die anhaltenden Spannungen zwischen Tradition und modernen Standards in der öffentlichen Toponymie auf.






