Streit um Millionenprojekt: Wolfenbüttels Fahrradschnellweg nach Braunschweig bleibt umstritten
Noah WeberStreit um Millionenprojekt: Wolfenbüttels Fahrradschnellweg nach Braunschweig bleibt umstritten
Der Stadtrat von Wolfenbüttel hat beschlossen, sich weiterhin am geplanten Fahrradschnellweg nach Braunschweig zu beteiligen. Das Vorhaben sorgt unter den politischen Fraktionen für Diskussionen über dessen Notwendigkeit und Kosten – besonders vor dem Hintergrund eines Haushaltsdefizits von 19 Millionen Euro in der Stadt.
Der rund 1,365 Millionen Euro teure Radweg soll Wolfenbüttel mit Braunschweig verbinden. Die Stadtverwaltung rechnet mit etwa 2.000 täglichen Fahrten. Aktuelle Erhebungen zeigen jedoch, dass 2025 durchschnittlich nur 367 Radfahrten pro Werktag auf der Strecke zu erwarten sind.
Ein Antrag der CDU- und FDP-Fraktionen, das Projekt zu stoppen, wurde vom Rat abgelehnt. Die CDU hält den Schnellweg für überflüssig, da bereits ausreichend Radwege bestünden. Auch der FDP-Mitantragsteller hinterfragte die Notwendigkeit einer weiteren Verkehrsverbindung, während die lokale Radinfrastruktur weiterhin unterfinanziert bleibe.
Die SPD-Fraktion unterstützt den Bau und betont die Gleichberechtigung aller Verkehrsteilnehmer. Die AfD-Fraktion hingegen befürwortet den CDU/FDP-Antrag und fordert, stattdessen die innerstädtischen Radwege instand zu setzen. Die Grünen werfen der CDU vor, mit ihrer Fokussierung auf lokale Wege statt auf die Regionalverbindung Populismus zu betreiben.
Mit der Entscheidung des Stadtrats bleibt das Projekt vorerst auf Kurs. Befürworter verweisen auf das Potenzial, den Radverkehr zwischen Wolfenbüttel und Braunschweig zu stärken. Kritiker hingegen bleiben bei ihrer Haltung: Angesichts der finanziellen Belastung müsse zunächst die bestehende Infrastruktur verbessert werden.






