Streit um Famila-Markt: Soltaus Stadtrat beschließt umstrittenes Einzelhandelskonzept
Streit um Famila-Markt: Soltaus Stadtrat beschließt umstrittenes Einzelhandelskonzept
Der Stadtrat stimmt mit Mehrheit von CDU und SPD für den Bericht – BU/FDP und Grüne sehen darin Grundlage für Ansiedlung eines Famila-Marktes und lehnen ab
26. Dezember 2023, 10:34 Uhr
Der Stadtrat von Soltau hat nach einer hitzigen Debatte ein neues Einzelhandels- und Stadtentwicklungskonzept verabschiedet. Die Entscheidung ebnet den Weg für mögliche Veränderungen – darunter einen Famila-Supermarkt an der Celler Straße. Befürworter argumentieren, dass damit Versorgungslücken geschlossen werden, während Kritiker vor mehr Verkehr und einem Überangebot warnen.
Das Konzept erhielt die Zustimmung der Mehrheit aus CDU und SPD und wurde mit 17 Ja-Stimmen bei 14 Nein-Stimmen und einer Enthaltung angenommen. Die CDU-Fraktionsvorsitzende Heidi Schörken bezeichnete es als zukunftsweisendes Masterplan-Projekt und betonte die Notwendigkeit eines weiteren Vollsortimenters – selbst in der nahegelegenen Gemeinde Wietzendorf. Auch der SPD-Fraktionschef Birhat Kaçar unterstützte den Beschluss und verwies auf das Bevölkerungswachstum, die Zahl der Pendler und den Tourismus in Soltau als Gründe, um Versorgungsengpässe zu beheben.
Das für die gesamte Stadt konzipierte Vorhaben war zuvor bereits von der Industrie- und Handelskammer (IHK) sowie der Kreisverwaltung positiv bewertet worden. Die Grünen und die Bürgerunion/FDP (BU/FDP) lehnten es jedoch ab und argumentierten, dass das bestehende Einzelhandelsangebot in Soltau ausreiche. Lutz Tobias von den Grünen warnte vor einer Zunahme des Verkehrsaufkommens und der Gefahr, dass das Gelände brachliege. Dr. Hans Willenbockel, Sprecher der Bürgerunion/FDP, forderte, die fachliche Bewertung solle aktuelle Rückmeldungen aus der Wirtschaft berücksichtigen – ein Antrag auf Vertagung der Abstimmung scheiterte jedoch.
Im Rahmen des Konzepts sollen während des Bebauungsplanverfahrens die Voraussetzungen für einen Famila-Markt geprüft werden. Bereits jetzt gibt es Vorgaben zur Begrenzung des Nicht-Lebensmittel-Sortiments. Parallel dazu laufen weiterhin Diskussionen über die Personalknappheit in örtlichen Kindertageseinrichtungen, ohne dass im Rat konkrete Lösungsansätze vorgestellt wurden.
Das beschlossene Konzept geht nun in die nächste Phase, in der das Bebauungsplanverfahren über die Machbarkeit des Famila-Marktes entscheiden wird. Die Abstimmung spiegelt einen gespaltenen Rat wider: Die einen sehen wirtschaftliche Chancen, die anderen warnen vor einer Überentwicklung. Weitere Gutachten sollen Verkehr, Bedarf der Wirtschaft und langfristige Nachhaltigkeit bewerten.
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