Streit um Erdgas-Bohrungen vor Borkum: Gericht gibt grünes Licht für Erkundung
Lotta BrandtGasbohrung auf Borkum: Gericht bestätigt Sofortvollzug - Streit um Erdgas-Bohrungen vor Borkum: Gericht gibt grünes Licht für Erkundung
Ein umstrittenes Erdgas-Bohrprojekt in der Nordsee hat grünes Licht für den Beginn der Erkundungsarbeiten erhalten. Das Oberverwaltungsgericht Lüneburg wies einen Eilantrag auf Stopp des Vorhabens ab und ermöglichte damit die sofortige Umsetzung. Hinter dem Plan steht das niederländische Energieunternehmen One-Dyas, das in der Nähe des geschützten Gebiets Borkum Riffgrund vor der Insel Borkum bohren will.
Das Gericht kam zu dem Schluss, dass es keine klaren Beweise für Rechtsverstöße im Genehmigungsverfahren gibt. Zudem sah es durch die erste Bohrphase keine erheblichen Risiken für Borkum oder das lokale Grundwasser. Zwar können nun die Erkundungsarbeiten beginnen, für eine großflächige Förderung sind jedoch weitere Genehmigungen erforderlich.
Das Gasfeld erstreckt sich über niederländische und deutsche Gewässer, wobei im niederländischen Sektor bereits gefördert wird. One-Dyas plant, von einer Plattform in niederländischen Gewässern aus in deutsches Gebiet zu bohren. Ein bilateraler Vertrag zur Aufteilung der Reserven wurde zwar unterzeichnet, ist aber noch nicht ratifiziert.
Die endgültige Genehmigung für das Projekt liegt beim Bundesrat, eine Entscheidung wird für Anfang 2026 erwartet. Das Unternehmen hat bereits den Hauptbetriebsplan sowie eine Sondergenehmigung für die Erkundungsbohrungen erhalten. Dennoch wird eine weitere Genehmigung benötigt, bevor auf deutscher Seite Gas gefördert werden kann.
Mit der Gerichtsentscheidung kann One-Dyas nun mit den ersten Bohrungen beginnen, doch die volle Produktion bleibt von weiteren Zustimmungen abhängig. Die Zukunft des Projekts hängt nun vom Beschluss des Bundesrats 2026 und der Ratifizierung des deutsch-niederländischen Vertrags ab. Bei einer Genehmigung würde dies eine deutliche Ausweitung der Gasförderung in der Nordsee bedeuten.
