Söder fordert mehr heimische Gasförderung wegen Nahost-Krise und Preisdruck
Lotta BrandtIran-Krieg: Söder fordert erhöhte deutsche Produktion von Erdgas - Söder fordert mehr heimische Gasförderung wegen Nahost-Krise und Preisdruck
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat Deutschland aufgefordert, die heimische Erdgasförderung auszubauen. Sein Appell kommt zu einer Zeit, in der die Spannungen im Nahen Osten die Sorgen um die Energiesicherheit verschärfen. Söder argumentiert, dass die Erschließung der eigenen Reserven die Abhängigkeit von instabilen ausländischen Lieferungen verringern könnte.
Die aktuelle Lage in der Straße von Hormus verschärft den Druck, auch wenn es keine vollständige Blockade gibt. Stattdessen treibt Irans Strategie der kontrollierten Unsicherheit die Energiepreise und Versicherungskosten in die Höhe – mit wirtschaftlichen Belastungen, ohne die Exporte komplett zu stoppen.
Söder verwies auf beträchtliche Erdgasvorkommen in Norddeutschland, die seiner Schätzung nach jahrzehntelang ausreichen könnten. Die Erschließung dieser Ressourcen würde das Land seiner Meinung nach besser vor den Schwankungen der internationalen Märkte schützen. Sein Vorschlag setzt auf eine gemischte Energiestrategie, die Erneuerbare, zukünftige Technologien und heimisches Gas kombiniert.
Durch den Konflikt im Nahen Osten sei das Thema noch dringlicher geworden, betonte Söder. Er warnte davor, sich auf teures US-Fracking-Gas oder unberechenbare Lieferketten zu verlassen. Eine Steigerung der inländischen Produktion könnte Deutschland mehr Energieunabhängigkeit verschaffen und die Preise stabilisieren.
Obwohl es bisher keine drastischen Preissprünge bei Erdgas gab, führt die Unsicherheit in der Straße von Hormus zu schrittweisen Preissteigerungen. Höhere maritime Risiken und gestiegene Versicherungskosten für Flüssiggas-Transporte belasten die Lieferketten. Europa und Asien spüren inflatorische Effekte, wenn auch in begrenztem Maße.
Söders Forderung nach mehr heimischer Gasförderung zielt darauf ab, Deutschlands Anfälligkeit für internationale Energieschocks zu verringern. Die noch ungenutzten Reserven könnten langfristig eine Lösung bieten, sofern sie erschlossen werden. Unterdessen hält Irans kalkuliertes Vorgehen in der Straße von Hormus die Märkte in Atem und unterstreicht die Notwendigkeit stabiler Alternativen.