29 April 2026, 11:02

Schweizer Bahnausbau 2035: Warum die ehrgeizigen Pläne jetzt scheitern könnten

Plakat zur Ankündigung der Zürich Trains Internationalaux mit einer Karte von Zürich, Gebäuden, Wasser, Bergen im Hintergrund und Text.

Schweizer Bahnausbau 2035: Warum die ehrgeizigen Pläne jetzt scheitern könnten

Schweizer Infrastrukturausbau 2035: Ehrgeizige Pläne stecken in der Krise

Der Infrastrukturausbau 2035 der Schweiz steht vor erheblichen Verzögerungen – verursacht durch steigende Kosten und Finanzierungslücken. Das ehrgeizige Vorhaben, das das Parlament 2019 absegnete, sollte den Schienenverkehr mit einem Taktfahrplan im Viertelstundentakt und neuen InterRegio-Verbindungen deutlich ausbauen. Doch nun geraten zentrale Teile des Projekts ins Stocken, da der finanzielle Druck wächst.

Zu den geplanten Großprojekten gehört unter anderem die milliardenschwere Sanierung des Bahnhofs Stadelhofen in Zürich. Experten warnen jedoch, dass auch kleinere Zubringerstrecken modernisiert werden müssen, damit der Ausbau gelingen kann. Eine Nutzen-Kosten-Analyse von ETH-Professor Ulrich Weidmann bewertete den zweigleisigen Ausbau mit nur 3,5 von 5 Punkten – ein Zeichen für Zweifel an der Wirtschaftlichkeit.

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Auf der S10-Linie in Zürich verkehren die Züge zur Hauptverkehrszeit derzeit alle zehn Minuten. Geplant war eine Taktverdichtung auf 7,5 Minuten, wofür ein neues, 25 Millionen Franken teures zweigleisiges Teilstück nötig wäre. Doch selbst solche lokalen Verbesserungen stehen auf der Kippe – und mit ihnen die gesamte 2035-Strategie.

Der Bundesrat hat über kleinere und mittlere Projekte noch nicht entschieden; eine öffentliche Vernehmlassung ist für Juni angesetzt. Verkehrsminister Albert Rösti konzentriert sich stattdessen auf Großprojekte wie den Durchgangsbahnhof Luzern und den Grimseltunnel. Das Budget für den Serviceausbau bis 2035 beträgt 3 Milliarden Franken, zusätzlich sind 2 Milliarden für regionale Aufwertungen vorgesehen. Ohne weitere Mittel könnten viele dieser Pläne jedoch nie realisiert werden.

Die Zukunft des Schweizer Schienenausbaus hängt nun von politischen und finanziellen Weichenstellungen ab. Bleiben die Finanzierungslücken bestehen, müssten zentrale Verbesserungen – etwa schnellere Verbindungen und neue Strecken – gekürzt oder ganz gestrichen werden. Die Entscheidungen der kommenden Monate werden den Bahnverkehr für Jahre prägen.

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