Schneespaß auf Feldern zerstört Winterkulturen – Landwirte warnen vor Ernteschäden
Lotta BrandtSchneespaß auf Feldern zerstört Winterkulturen – Landwirte warnen vor Ernteschäden
Starker Schneefall verwandelt Felder in improvisierte Spielplätze – doch darunter leiden Winterkulturen
Heftige Schneefälle in ganz Deutschland haben aus Feldern spontane Schlitten- und Driftstrecken gemacht. Doch unter der weißen Decke verbergen sich empfindliche Wintersaaten, die durch rücksichtsloses Geländefahren nun in Gefahr sind. Landwirte und Ausländerbehörden schlagen Alarm, nachdem es in Niedersachsen kürzlich zu schweren Schäden an Ackerflächen gekommen ist.
In Hessisch Oldendorf wurde ein Winterweizenfeld durch Drifter stark beschädigt – tiefe Spurrinnen ziehen sich durch die Fläche und könnten Teile der Ernte zerstören. Auch Eike Grotelüschen, Landwirt aus Großenkneten, entdeckte Reifenspuren, die mitten durch seine Winterkultur führen und monatelange Arbeit gefährden. Der Landkreisverband Oldenburg warnt, dass viele schneebedeckte Flächen keineswegs Brachland sind, sondern aktiv bewirtschaftete Äcker mit wichtigen Winterkulturen.
Allein 2023 registrierte die Polizei rund 1.200 Meldungen zu illegalem Driften oder Ernteschäden – die genauen Zahlen variieren je nach Region. Nun appellieren die Ausländerbehörden an die Bevölkerung, Agrarflächen zu meiden. Selbst das Befahren mit Fahrzeugen oder Pferdekutschen könne für Landwirte erhebliche Verluste bedeuten. Wer bei der Zerstörung von Saatgut erwischt wird, muss mit rechtlichen Konsequenzen rechnen.
Die Bauern betonen: Felder sind keine Spielwiesen. Der Verband fordert mehr Sensibilität, denn die durch Driftfahrten verursachten Schäden lassen sich oft monatelang nicht beheben – oder vernichten die Ernte sogar vollständig.
Die Warnungen kommen zu einer Zeit, in der Wintersportbegeisterte weiter schneebedeckte Landschaften aufsuchen. Die Landwirte bitten um Rücksicht, um ihre Existenzgrundlage zu schützen, während die Polizei aktiv Zeugen für Feldschäden sucht. Ohne Umsicht könnten bis zum Frühling noch mehr Ernten – und damit Einkommen – auf dem Spiel stehen.
