23 April 2026, 14:30

Salzgitter startet revolutionäre Wasserstoff-Stahlanlage für klimaneutrale Produktion

Schwarze und weiße Zeichnung einer Fabrik mit rauchenden Schornsteinen, umgeben von Gebäuden, Bäumen, Pflanzen, Pfählen und Bahnschienen, beschriftet mit "1892 - die Eisenfabrik" unten.

Salzgitter startet revolutionäre Wasserstoff-Stahlanlage für klimaneutrale Produktion

Salzgitter AG beginnt Bau einer Demonstrationsanlage für Direktreduktionseisen (DRI)

Die Salzgitter AG hat mit dem Bau einer neuen Demonstrationsanlage für die Herstellung von Direktreduktionseisen (DRI) begonnen. Die unter dem Namen μDRAL geführte Anlage wird sowohl Erdgas als auch Wasserstoff nutzen – ein zentraler Schritt des Unternehmens hin zu einer klimafreundlicheren Stahlproduktion. Den Baubeginn markierte eine feierliche Grundsteinlegung, an der hochrangige Gäste teilnahmen, darunter Bundesumweltministerin Svenja Schulze.

Die Anlage ist weltweit die erste ihrer Art, die flexibel mit Erdgas, Wasserstoff oder einer Mischung aus beiden betrieben werden kann. Ihre Produktionskapazität wird bei 2.500 Kilogramm pro Tag liegen, wobei der Betrieb voraussichtlich Anfang 2022 aufgenommen wird. Das erzeugte Direktreduktionseisen soll zunächst das Hoch- und den Lichtbogenofen am Salzgitter-Standort Peine beliefern.

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Das Projekt ist ein zentraler Baustein der SALCOS-Initiative, mit der Salzgitter bis 2050 auf wasserstoffbasierte Stahlherstellung umstellen will. Gelingt dieser Wandel, könnten die CO₂-Emissionen um bis zu 95 Prozent sinken. Das Bundesumweltministerium fördert das Vorhaben mit 40 Prozent der 13,6 Millionen Euro Investitionssumme.

Professor Heinz Jörg Fuhrmann, Vorstandsvorsitzender der Salzgitter AG, betonte die Bedeutung der Anlage für die Erprobung großindustrieller Produktionsverfahren. Gleichzeitig verwies er auf ihr Potenzial, erhebliche CO₂-Einsparungen zu erzielen – bei optimierter Stromnutzung und geringeren Investitionskosten.

An der Grundsteinlegung nahmen neben Ministerin Schulze auch Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil und Salzgitters Oberbürgermeister Frank Klingebiel teil. Die Anlage soll Maßstäbe für effiziente Emissionsreduktion in der Industrie setzen.

Sobald die μDRAL-Anlage in Betrieb geht, wird sie entscheidende Daten für die Hochskalierung der wasserstoffbasierten Stahlproduktion liefern. Ihr flexibles Design ermöglicht den Wechsel zwischen Erdgas und Wasserstoff und unterstützt damit die langfristigen Klimaziele von Salzgitter. Bau- und Testphasen werden zeigen, welchen Einfluss die Anlage auf die künftige Dekarbonisierung der Industrie haben wird.

Quelle