Salzgitter plant eines der größten Möbelhäuser der Region – mit ökologischem Ausgleich
Hannah BöhmSalzgitter plant eines der größten Möbelhäuser der Region – mit ökologischem Ausgleich
Pläne für riesiges Möbelhaus in Salzgitter nehmen nach Jahren der Vorbereitung konkrete Formen an
Nach jahrelanger Planung kommt der Bau eines großflächigen Möbelmarkts in Salzgitter voran. Das Projekt, das auf ehemaligem Ackerland westlich der Autobahn A39 entstehen soll, zielt darauf ab, eine Lücke in der regionalen Möbelversorgung zu schließen und Kaufkraft in der Region zu halten. Bereits nächste Woche werden Stadtvertreter über notwendige Änderungen im Flächennutzungsplan beraten, die für die Umsetzung entscheidend sind.
Der geplante vierstöckige XXXL Lutz/Mömax-Markt soll eine Verkaufsfläche von 30.200 Quadratmetern umfassen und etwa 500 Parkplätze bieten. Um das Vorhaben zu realisieren, muss die Stadt das Gelände von "überwiegend landwirtschaftlich" in "großflächiger Einzelhandel" umwidmen und einen neuen Bebauungsplan beschließen. In dem speziellen Gewerbegebiet sollen zudem Gastronomie, Büros, Mitarbeiterwohnungen, Lagerflächen und Parkhäuser entstehen.
Der Standort stellt eine Abkehr von früheren Plänen im Stadtteil Thiede dar und liegt nun im Bereich Salder. Das Gelände ist Teil einer größeren industriellen Erweiterungszone westlich der A39, in der seit 2015 rund 200 Hektar Ackerland in Gewerbe- und Logistikflächen umgewandelt wurden. Diese Entwicklung hat die lokale Landwirtschaft um etwa 15 Prozent reduziert und den Anbau von Nutzpflanzen weiter nach Osten verlagert, während gleichzeitig Arbeitsplätze außerhalb der Agrarbranche entstanden sind.
Um die ökologischen Folgen abzumildern, haben die Entwickler umweltfreundliche Ausgleichsmaßnahmen zugesagt. Dazu gehören Baumpflanzungen, begrünte Dächer sowie die Schaffung eines neuen Lebensraums für Feldlerchen. Der Ausschuss für Stadtplanung und Bauwesen wird die erforderlichen Änderungen des Flächennutzungsplans in seiner nächsten Sitzung prüfen.
Bei einer Genehmigung würde das Möbelhaus zu einem der größten der Region werden. Das Projekt soll nicht nur die Abwanderung von Kaufkraft bremsen, sondern auch Salzgitters wachsendes Gewerbezentrum stärken. Umweltauflagen und planungsrechtliche Anpassungen bleiben jedoch zentrale Hürden, bevor mit dem Bau begonnen werden kann.
