Salzburger Festspiele: Karin Bergmanns letzte Spielzeit und der Streit um Currentzis
Elias WernerSalzburger Festspiele: Karin Bergmanns letzte Spielzeit und der Streit um Currentzis
Die Salzburger Festspiele stehen vor einem Führungswechsel: Karin Bergmann leitet ihre letzte Spielzeit
Die Salzburger Festspiele bereiten sich auf einen Wechsel an der Spitze vor, während Karin Bergmann ihre letzte Saison als Intendantin begleitet. Die Anhörungen zur Nachfolge sind für September geplant. Unterdessen verteidigt sie weiterhin ihre Entscheidung, den Dirigenten Teodor Currentzis trotz seiner Verbindungen zu Russland im Amt zu belassen.
Bergmann übernahm die Leitung der Festspiele, nachdem die Fehler ihres Vorgängers eine Umstrukturierung erzwungen hatten. Nun steuert sie das renommierte Ereignis durch eine Übergangsphase, in der sie Tradition und neue Wege in Einklang bringen muss. Ihre Rolle umfasst dabei auch die Vermittlung zwischen der glorreichen Vergangenheit des Festivals und seiner sich wandelnden Zukunft.
Die Gründungsprinzipien der Festspiele betonen die kulturelle und moralische Verantwortung der Kunst – ein Anspruch, der Bergmann besonders in der Debatte um ihre Unterstützung für Currentzis unter Kritik stellt. Der griechisch-russische Dirigent, der die Produktion Hinterhäuser leitet, nahm nach der Annexion der Krim freiwillig die russische Staatsbürgerschaft an. Seine Präsenz wirft Fragen auf, angesichts der ethischen Grundsätze, für die das Festival steht.
Die russische Sopranistin Anna Netrebko, eine weitere prägende Figur der Opernwelt, meidet seit Jahren Auftritte in Russland. Ihr Rückzug bildet einen Kontrast zu Currentzis' anhaltendem Engagement. Bergmann weiß, dass ihre Amtszeit bald endet, bleibt aber auf die bevorstehende Festspielsaison fokussiert.
Die Suche nach einer Nachfolge für Bergmann beginnt im September. Ihre Haltung zu Currentzis und ihr Einsatz für die Werte des Festivals werden ihr Erbe prägen. Der oder die nächste Intendant:in wird ein Festival übernehmen, das künstlerische Exzellenz mit politischen Sensibilitäten vereinen muss.






