Sachsen und Brandenburg debattieren über die Zukunft der Lehrerverbeamtung
Noah WeberSachsen und Brandenburg debattieren über die Zukunft der Lehrerverbeamtung
Die Debatte über die Verbeamtung von Lehrkräften in Deutschland hat neuen Schwung erhalten, nachdem Sachsen eine Reform vorantreibt. Brandenburgs Bildungsminister Gordon Hoffmann hat sich nun grundsätzlich offen für den Vorschlag gezeigt – allerdings nur unter der Bedingung, dass alle Bundesländer die Änderung gemeinsam umsetzen. Das Thema wird auf der kommenden Sitzung der Kultusministerkonferenz (KMK) in dieser Woche offiziell beraten.
Sachsens Bildungsminister Conrad Clemens argumentiert, dass angespannte Haushalte und steigende Pensionskosten die Verbeamtung von Lehrern auf Dauer unhaltbar machen. Sein Bundesland hatte erst 2019 damit begonnen, Lehrkräfte in den Beamtenstatus zu übernehmen, doch die finanziellen Belastungen haben die Diskussion neu entfacht. Ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts aus dem Jahr 2007 bestätigte, dass die Beschäftigung von Lehrkräften auf Basis regulärer Arbeitsverträge rechtlich zulässig ist und mit dem Grundgesetz vereinbar sei.
Brandenburg setzt bereits teilweise auf angestellte Lehrkräfte, insbesondere bei Quereinsteigern. Im Schuljahr 2025/2026 arbeiteten 31,1 Prozent der Lehrerinnen und Lehrer im Land ohne Beamtenstatus, davon 19,7 Prozent als Berufswechsler. Hoffmann betonte, dass ein möglicher Verzicht auf die Verbeamtung bundesweit einheitlich geregelt werden müsse, um Unterschiede zwischen den Ländern zu vermeiden.
Während Berlin den Beamtenstatus für Lehrkräfte 2023 wieder einführte, hat kein anderes Bundesland seitdem einen ähnlichen Schritt vollzogen. Sachsens Vorstoß bleibt vorerst ein Vorschlag – konkrete Änderungen stehen noch aus. Die anstehende KMK-Diskussion wird zeigen, ob die Initiative zur Abschaffung der Verbeamtung breitere Unterstützung findet. Vorerst hängt Brandenburgs Reformbereitschaft von einem gemeinsamen Vorgehen aller Länder ab. Das Ergebnis könnte die Beschäftigungs- und Bezahlungsbedingungen für Lehrkräfte in den kommenden Jahren grundlegend verändern.






