Ruhrfestspiele starten mit mutigem Flüchtlingsdrama aus dem Iran unter dem Zeltdach
Lotta BrandtRuhr Festival beginnt mit iranischem Drama auf Persisch - Ruhrfestspiele starten mit mutigem Flüchtlingsdrama aus dem Iran unter dem Zeltdach
Die diesjährigen Ruhrfestspiele eröffnen mit einem packenden Flüchtlingsdrama aus dem Iran. Das Festival, das vom 1. Mai bis zum 13. Juni stattfindet, wird in einem provisorischen Zelt ausgetragen, während sein Fernsehprogramm renoviert wird. Die Veranstalter haben ein mutiges Programm unter dem Motto "Schock und Staunen" angekündigt.
Den Auftakt bildet "Das Kind" (The Child), ein Stück der iranischen Autorin Naghmeh Samini. Es erzählt die Geschichte von drei Frauen und einem Kind, die an einer europäischen Grenze gestrandet sind. Die Aufführungen finden auf Persisch statt, mit deutschen und englischen Untertiteln.
Da das übliche Festivaltheater wegen Sanierungsarbeiten geschlossen ist, wird ein Zelt mit 500 Plätzen als Spielstätte dienen. Festivalleiter Olaf Kröck arbeitet eng mit dem Auswärtigen Amt zusammen, um die Visumserteilung für das iranische Ensemble zu sichern. Sollte die Einreise scheitern, gibt es keine Ersatzaufführung.
Das Fernsehprogramm 2024 umfasst Welt- und Deutschlandpremieren, wobei keine der neuen Produktionen von iranischen Künstlern geschaffen oder koproduziert wurde. Dennoch werden prominente Namen und frische Inszenierungen zu sehen sein.
Die Ruhrfestspiele präsentieren "Das Kind" als Eröffnungsstück – vorausgesetzt, das Ensemble trifft rechtzeitig ein. Die provisorische Spielstätte und die Visumshürden verleihen der Veranstaltung eine besondere Note. Das Publikum darf sich in den sechs Wochen auf eine Mischung aus internationalem Theater, darunter mehrere Premieren, freuen.