12 March 2026, 08:15

Rücktritt von Olaf Hermes: Bonner Stadtwerke-Chef verlässt Amt im Immobilienskandal

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Rücktritt von Olaf Hermes: Bonner Stadtwerke-Chef verlässt Amt im Immobilienskandal

Olaf Hermes, der Chef der Bonner Stadtwerke, hat seinen Rücktritt im Zuge des anhaltenden Immobilienskandals in Bonn bekannt gegeben. Seine Entscheidung fällt zu einem Zeitpunkt, an dem die Staatsanwaltschaft Vorwürfe wegen Bestechung und Fehlverhaltens im Zusammenhang mit einem umstrittenen Grundstücksgeschäft auf dem Gelände des Flugplatzes Hangelar untersucht. Hermes, der das Unternehmen seit 2022 leitet, besteht darauf, bis zum Sommer zurückzutreten – eine Revision dieser Entscheidung schließe er aus.

Der Skandal war erstmals im Dezember ans Licht gekommen, als Hermes Versuche lokaler Politiker aufdeckte, das kommunale Versorgungsunternehmen von der Verfolgung des Hangelar-Grundstücksdeals abzuhalten. Eine anschließende juristische Prüfung deutete an, dass das Verfahren möglicherweise "nicht frei von externen Einflüssen und Interessenkonflikten" gewesen sei. Die Erkenntnisse veranlassten die Bonner Stadtwerke, einen vertraulichen Bericht an die Staatsanwaltschaft weiterzuleiten.

Bis März 2026 hatten die Bonner Ermittler Vorermittlungen wegen des Verdachts auf Bestechung, Untreue und Gewährung unrechtmäßiger Vorteile eingeleitet. Die Behörden führten Hausdurchsuchungen durch und beschlagnahmten Unterlagen von Beteiligten, darunter CDU-Politiker und Immobilienakteure. Bisher wurden jedoch keine offiziellen Anklagen erhoben.

Trotz der Kontroverse bekräftigte der Aufsichtsrat sein Vertrauen in Hermes und die Geschäftsführung und versprach, die Zusammenarbeit fortzusetzen. Sein Abschied fällt in eine kritische Phase für das Unternehmen, das gleichzeitig große Investitionen plant und Einsparmaßnahmen im lokalen Nahverkehr vorantreibt.

Hermes' Rücktritt markiert einen Wendepunkt für die Bonner Stadtwerke, die sich nun zwischen juristischer Prüfung und finanziellen Herausforderungen behaupten müssen. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft laufen noch, bisher wurden keine Anklagen erhoben. Das Unternehmen steht nun vor der Aufgabe, sich in einer Phase tiefgreifender Veränderungen ohne seinen bisherigen Chef neu auszurichten.