Revolutionärer Gemüseanbau: Abwasser wird zur Ressource für nachhaltige Landwirtschaft
Lotta BrandtRevolutionärer Gemüseanbau: Abwasser wird zur Ressource für nachhaltige Landwirtschaft
Ein neues Forschungsprojekt in Niedersachsen testet ein wassersparendes Verfahren für den Gemüseanbau mit aufbereitetem Abwasser. Die Initiative HypoWave zielt darauf ab, den Wasserverbrauch zu senken und gleichzeitig die Nährstoffversorgung in Gewächshäusern zu optimieren. In Wahrenholz ging nun die erste großtechnische hydroponische Anlage in Betrieb – ein Schritt hin zu einer nachhaltigeren Landwirtschaft.
An dem Vorhaben beteiligen sich zehn Partner, darunter Universitäten, Forschungseinrichtungen und Agrarunternehmen. Zu ihnen gehören die Technische Universität Braunschweig, das Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik sowie der lokale Betrieb IseBauern GmbH & Co. KG. Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Nachhaltigkeitsprogramms „Wasser:N“.
Die Versuchsanlage umfasst 1.600 Quadratmeter in einem Gewächshaus von IseBauern. Bei Erfolg könnte das gesamte Gelände später auf HypoWave-Wasser umstellen und so jährlich bis zu 11.000 Kilogramm Tomaten produzieren. Gleichzeitig bietet die Methode Kläranlagen die Möglichkeit, Absetzbecken für die landwirtschaftliche Wiederverwendung aufzubereiten. Angesichts von Klimawandel und steigendem Wasserbedarf nehmen Konflikte um die Ressource zu. Die Landwirtschaft, einer der größten Wasserverbraucher, steht unter Druck, effizientere Lösungen zu finden. Die Projektergebnisse sollen als Grundlage für Leitlinien zur Umsetzung an anderen Standorten dienen.
Das HypoWave -System könnte eine praktikable Lösung für wasserarme Regionen bieten. Durch die Wiederverwendung von Abwasser und eine optimierte Nährstoffnutzung soll der Gemüseanbau nachhaltiger werden. Die Ergebnisse aus Wahrenholz werden zeigen, ob sich der Ansatz bundesweit ausweiten lässt.
