Rekordjagd auf Waschbären in Niedersachsen: Warum Experten Alarm schlagen

Admin User
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Pfähle mit Löwenabbildungen stehen auf einem Weg mit Bäumen und verstreuten Blättern im Hintergrund.

Rekordjagd auf Waschbären in Niedersachsen: Warum Experten Alarm schlagen

Vorspann Noch nie seit Beginn der Datenerfassung wurden in Niedersachsen so viele Biber erlegt wie in der vergangenen Jagdsaison. Das zeigt der 20. Landesjagdbericht. Die Zahl der geschossenen Biber erreichte in der Jagdsaison 2021/22 einen Rekordwert. Mit 23.322 getöteten Tieren stieg die Zahl im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 10,3 Prozent an,...

Veröffentlichungsdatum 25. Oktober 2022, 11:15 Uhr

Waschbären bleiben in Deutschland ein umstrittenes Thema. Trotz Warnungen von Fachleuten hat die Bejagung der Tiere in den letzten Jahren stark zugenommen. Allein in Niedersachsen töteten Jäger in der Saison 2021/22 mit 23.322 Waschbären so viele wie nie zuvor – ein Anstieg um 10,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Doch Wissenschaftler argumentieren, dass die Jagd das Problem verschärft, da sie die Fortpflanzungsrate erhöht und die sozialen Strukturen innerhalb der Waschbärpopulationen destabilisiert.

Der Waschbär, der bis 2016 noch als heimische Art unter deutschem Recht galt, wird heute zu den invasiven Tieren gezählt, deren Bestände kontrolliert werden sollen. Gemeinsam mit Nutrias, Marderhunden und Nilgänsen steht er auf der Liste der Arten, die wegen ihrer angeblichen Bedrohung für heimische Ökosysteme bejagt werden. Im Gegensatz zu Hauskatzen oder Bachforellen findet sich der Waschbär jedoch nicht auf der EU-Liste der schädlichsten invasiven Arten in Europa.

Trotz der zunehmenden Bejagung deuten Studien darauf hin, dass die Jagd auf Waschbären kaum mehr bewirkt, als ihre Populationen zu stören. Da die Fortpflanzungsraten steigen und soziale Gefüge zerbrechen, fordern Experten alternative Lösungsansätze. Die Diskussion darüber, wie man mit einer invasiven Art umgehen soll, die gesetzlich reguliert werden muss, aber mit umstrittenen Methoden, bleibt damit weiter offen.