Reform der Regionalliga: Warum die Debatte um zwei Modelle eskaliert
Lotta BrandtReform der Regionalliga: Warum die Debatte um zwei Modelle eskaliert
Pläne zur Reform der Regionalliga lösen heftige Debatten aus
Ein vorgeschlagener Reformplan für das deutsche Regionalliga-System hat unter Vereinen und Funktionären eine hitzige Diskussion ausgelöst. Zwei Modelle stehen zur Debatte: ein regionales Konzept und ein entfernungsbasiertes System. Kritiker verwerfen den regionalen Ansatz als ungerecht und schlecht durchdacht.
Die Arbeitsgruppe zur Regionalliga-Reform einigte sich darauf, die bisherige Struktur mit vier Staffeln beizubehalten. Ziel bleibt es, jedem Staffelsieger den Aufstieg in die 3. Liga zu ermöglichen. Aus den Beratungen gingen zwei Vorschläge hervor: das regionale Modell und das sogenannte Kompass-Modell.
Das regionale Modell sieht vor, die Nord-, Nordost- und Bayern-Staffeln zu zwei Ligen zusammenzulegen, während die West- und Südwest-Staffeln unverändert bleiben sollen. Hermann Winkler, Präsident des Nordostdeutschen Fußballverbands (NOFV), bezeichnete diesen Plan als "völlig realitätsfremd". Er argumentiert, dass damit der NOFV faktisch aufgelöst und Vereine für ihre Kritik bestraft würden.
Das Kompass-Modell hingegen würde die vier Staffeln jedes Jahr neu nach Reiseentfernungen einteilen. Dieses Konzept findet Unterstützung bei rund 70 Vereinen, die sich in der Kampagne "Aufstiegsreform 2025" zusammengeschlossen haben. Tommy Haeder, Sprecher der Initiative, nannte das regionale Modell einen "politischen Schachzug", der die Zukunft des deutschen Fußballs prägen werde.
Daniel Meyer, Sportdirektor des Halleschen FC, bezeichnete das regionale Modell als "schlechten Witz" und warf bestimmten Funktionären in den Fußball-Gremien "erschreckende Fehleinschätzungen" vor. Winkler verteidigte dagegen das Kompass-Modell als die fairere Lösung und betonte dessen Fokus auf praktische Reiseanforderungen.
Die Mehrheit der an der Reform beteiligten Vereine spricht sich für das Kompass-Modell aus. Der regionale Vorschlag stößt hingegen auf starken Widerstand, da er als ungerecht und ohne ausreichende Abstimmung wahrgenommen wird. Die endgültige Entscheidung wird bestimmen, wie die Regionalliga ab 2025 organisiert wird.






