RAW-Gelände in Berlin: Räumungsdrohungen nach gescheiterten Verhandlungen mit Investor
Hannah BöhmRAW-Gelände in Berlin: Räumungsdrohungen nach gescheiterten Verhandlungen mit Investor
Die Zukunft des Berliner RAW-Geländes bleibt nach fast 11 Jahren Verhandlungen ungewiss. Der renommierte soziokulturelle Hotspot in Friedrichshain steht vor einer unsicheren Zukunft, nachdem die Gespräche zwischen dem Bezirk und der Kurth Group ins Stocken geraten sind. Noch am Wochenende war das Gelände lebendig – mit einer öffentlichen Fußball-Übertragung –, doch sein langfristiges Schicksal ist unklar.
Die Kurth Group hatte das RAW-Gelände 2015 erworben. Seither ringt der Bezirk darum, Entwicklungspläne mit dem Erhalt des subculturellen Kerns in Einklang zu bringen. 2022 schien eine Einigung greifbar: Ein Deal sollte dem „kulturellen L“ – einem zentralen soziokulturellen Bereich – für 30 Jahre Schutz gewähren. Doch 2024 zog sich der Investor zurück mit der Begründung, das Rahmenabkommen komme nur den Interessen Berlins entgegen und vernachlässige seine eigenen Anliegen.
Die Gruppe hatte im Gegenzug für die Sicherung des L-Bereichs Baurechte für Wohnungen am östlichen Rand des Geländes gefordert. Der Bezirk zögerte jedoch, vorzeitige Baugenehmigungen zu erteilen. Nun erklärt der Investor, die Planung sei „endgültig gescheitert“. Clubs wie die Cassiopeia wurden aufgefordert, bis Ende des Monats zu räumen – trotz gezahlter Miete. Florian Falkenhagen, Geschäftsführer des Clubs, erhielt die Kündigung mündlich. Ohne volle Zusammenarbeit des Bezirks und einen finalen Plan können die Vorschläge des Investors nicht umgesetzt werden.
Der Stadtplanungsexperte Julian Schwarze sieht den Konflikt um das RAW-Gelände als Warnsignal für Berlins Immobilienpolitik. Er plädiert für stärkere Schutzmechanismen für solche Räume. Die Pattsituation lässt die Zukunft des Areals offen – mit drohenden Räumungen für Clubs und Projekte in den kommenden Wochen.






