19 April 2026, 08:14

Psychotherapeuten protestieren in Berlin gegen geplante Honorarkürzungen von 4,5 Prozent

Eine große Gruppe von Menschen marschiert bei einer Demonstration auf einer Stadtstraße in Washington, D.C., mit Schildern und Transparenten, während einige Fahrräder fahren, unter einem klaren blauen Himmel.

Psychotherapeuten protestieren in Berlin gegen geplante Honorarkürzungen von 4,5 Prozent

Rund 1.000 Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten versammelten sich in Berlin, um gegen geplante Honorarkürzungen zu protestieren. Die Demonstration richtete sich gegen eine um 4,5 Prozent reduzierte Vergütung, die ab dem 1. April in Kraft treten soll. Die Organisatoren der Aktionsallianz Psychotherapie forderten eine sofortige Rücknahme der Entscheidung.

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Die Kürzungen waren vom Erweiterten Bewertungsausschuss beschlossen worden, dem Vertreter der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) sowie unabhängige Experten angehören. Trotz Widerstands wurde die Reduzierung endgültig festgeschrieben.

Auf der Kundgebung sprachen unter anderem die Politikerin Ricarda Lang (Bündnis 90/Die Grünen) und Heidi Reichinnek (Die Linke). Die Demonstranten hielten Schilder mit Parolen wie "4,5 % Kürzung = 100 % falsch berechnet" oder "Weniger Psychotherapie heute = höhere Kosten morgen". Die KBV, die gegen die Kürzungen gestimmt hatte, kündigte an, die Entscheidung gerichtlich anfechten zu wollen.

Das Bundesgesundheitsministerium unter Ministerin Nina Warken (CDU) hat noch bis Mitte Mai Zeit, einzugreifen und die Kürzungen zu stoppen. Die Aktionsallianz Psychotherapie betont, dass die Einschnitte die Patientenversorgung verschlechtern und langfristig die Gesundheitskosten steigern würden.

Der Protest zeigte, wie groß die Ablehnung der Honorarkürzungen unter Psychotherapeuten und Teilen der Politik ist. Falls das Gesundheitsministerium bis Mitte Mai nicht handelt, werden die Kürzungen wie geplant umgesetzt. Eine Klage der KBV könnte die Entscheidung jedoch weiter verzögern oder sogar kippen.

Quelle