03 April 2026, 08:13

Präsenzpflicht im Büro: Warum viele nur zum Schein länger bleiben

Ein großer offener Großraumbüro mit Menschen an Schreibtischen mit Computern, Monitoren, Tastaturen, Papieren, umgeben von Stühlen, Büchern und Kartons, mit aufgehängten Kleidern, Wandtafeln mit Text und Bildern, Deckenleuchten und Glasfenstern im Hintergrund.

Präsenzpflicht im Büro: Warum viele nur zum Schein länger bleiben

Immer mehr Beschäftigte kehren ins Büro zurück, da Unternehmen nach der Pandemie die Präsenzpflichten verschärfen. Doch eine aktuelle Umfrage zeigt: Viele Arbeitnehmer sind überzeugt, dass Produktivität nicht an die physische Anwesenheit gebunden ist. Stattdessen bleiben Mitarbeiter oft länger oder täuschen Aktivität vor, um den Erwartungen gerecht zu werden.

Deutsche Unternehmen wie SAP, Otto und Volkswagen rufen ihre Belegschaft zunehmend zurück ins Büro. Auch Vodafone hat verbindliche Präsenzquoten eingeführt. Diese Maßnahmen folgen auf die gelockerten Homeoffice-Regelungen während der Coronavirus-Pandemie.

Die von Indeed durchgeführte Umfrage ergab, dass 56,6 % der Beschäftigten nur der Sichtbarkeit wegen ins Büro gehen – obwohl sie von zu Hause aus besser arbeiten. Weitere 25,4 % geben zu, länger zu bleiben, obwohl keine Aufgaben mehr anstehen. Manche manipulieren sogar ihren Online-Status: 27,7 % stellen sich manuell auf "verfügbar", während sie im Homeoffice arbeiten.

Viele Arbeitnehmer wünschen sich einen anderen Ansatz. Ganze 66,2 % wären bereit, 5 % Gehaltseinbußen hinzunehmen, wenn sie ausschließlich nach Ergebnissen und nicht nach Bürozeiten bewertet würden. Gleichzeitig fordern 47,3 % kürzere Anfahrtswege oder Zuschüsse für den ÖPNV, um die Bürotätigkeit attraktiver zu machen.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass bloße Anwesenheit im Büro keine höhere Leistung garantiert. Stattdessen erledigen viele Mitarbeiter Aufgaben zu Hause effizienter, fühlen sich aber unter Druck, vor Ort "beschäftigt" zu wirken.

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Die Rückkehr zur Präsenzarbeit offenbart eine Kluft zwischen Unternehmensvorgaben und Mitarbeiterwünschen. Während viele für mehr Flexibilität sogar Gehalt opfern würden, greifen einige zu inszenierter Produktivität. Bisher liegen keine klaren Daten vor, wie viele große deutsche Unternehmen seit 2023 strenge Präsenzregeln durchsetzen.

Quelle