Pharmazie-Fonds wächst trotz geplanter Abschaffung durch das BMG
Der Pharmazie-Dienstleistungsfonds (pDL) verzeichnete im dritten Quartal ein stetiges Wachstum – trotz der Pläne des Bundesgesundheitsministeriums (BMG), ihn aufzulösen. Im Vergleich zum Vorjahr reichten mehr Apotheken Abrechnungen ein, und die Patientenangebote wurden deutlich ausgebaut. Dennoch bleibt die Zukunft des Fonds ungewiss, da die Reformen eine Umverteilung seiner Mittel vorsehen.
Fast 8.800 Apotheken stellten im dritten Quartal Leistungen über den pDL in Rechnung – ein Anstieg gegenüber etwa 7.900 im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Gleichzeitig nahm die Zahl der Patientenprogramme zu. Die erweiterte Beratung bei Polymedikation erreichte 78.949 Patienten, was einem Plus von 69 Prozent im Jahresvergleich und 21 Prozent mehr als im zweiten Quartal entspricht. Anleitungen zur richtigen Anwendung von Inhalatoren erhielten 91.274 Patienten – ein Anstieg von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr, allerdings ein Rückgang um 16 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Auch die standardisierten Risikobewertungen bei Bluthochdruck stiegen: 44.527 wurden durchgeführt, 43 Prozent mehr als im Vorjahr und 13 Prozent mehr als im zweiten Quartal.
Finanziell bleibt der pDL stabil. Im dritten Quartal nahm er fast 35 Millionen Euro ein, sodass nach Abzug der Verwaltungskosten noch über 548 Millionen Euro verfügbar sind. Die Einnahmen übersteigen weiterhin die Ausgaben, was die Solvenz des Fonds unterstreicht. Derweil schüttete der Not- und Nachtdienstfonds der Apotheken (NNF)11,3 Millionen Euro aus – ein Plus von 12 Prozent gegenüber dem zweiten Quartal und 55 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum 2024.
Das BMG plant jedoch im Rahmen seiner Apothekenreform, den pDL aufzulösen. Statt den Fonds weiter zu finanzieren, soll der bisherige 20-Cent-Zuschlag pro Packung künftig die Notdienstleistungen der Apotheken unterstützen.
Die aktuellen Zahlen des pDL zeigen eine wachsende Inanspruchnahme und finanzielle Stabilität, mit mehr Apotheken und Patienten, die seine Angebote nutzen. Doch mit den Reformplänen des BMG könnte der Fonds bald Geschichte sein – seine Mittel würden dann in die Notdienstversorgung fließen. Dies würde eine deutliche Verschiebung in der Verteilung der Gelder innerhalb des deutschen Apothekennetzes bedeuten.