20 April 2026, 22:13

Peter Ruzicka kämpft gegen GEMA-Reform: "Das bedroht die Ernste Musik"

Schwarze und weiße Notenblätter für Johann Sebastian Bachs Symphonie Nr. 4 in G-Dur, Op. 63, mit einem Stempel in der rechten unteren Ecke, der "Di-Arezzo Co UK" lautet.

Peter Ruzicka kämpft gegen GEMA-Reform: "Das bedroht die Ernste Musik"

Komponist Peter Ruzicka klagt gegen GEMA-Reform zur Kulturförderung

Der Komponist Peter Ruzicka hat rechtliche Schritte gegen die geplante Reform der Kulturförderung durch die GEMA eingeleitet. Bei der Bundes kartellamt reichte er eine Beschwerde ein und argumentiert, die Änderungen gefährdeten das Überleben der Ernsten Musik. Im Mittelpunkt seiner Kritik stehen finanzielle Kürzungen und wettbewerbswidrige Praktiken der marktbeherrschenden Verwertungsgesellschaft.

Laut Ruzickas Beschwerde werde die Reform die wirtschaftliche Grundlage vieler Komponist:innen zerstören. Ein zentraler Punkt ist die Abschaffung des bisherigen Bewertungssystems – eine Maßnahme, die seine Einnahmen um durchschnittlich 70 Prozent pro Jahr schmälern könnte. Prognosen des Deutschen Komponistenverbandes sowie interne GEMA-Daten unterstreichen die dramatischen Folgen für die Einkommen der Betroffenen.

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Zudem droht die Reform, Nachwuchskomponist:innen von Mitspracherechten auszuschließen. Sinkende Tantiemen könnten sie daran hindern, die notwendige Schwelle für die Teilnahme an der GEMA-Hauptversammlung zu erreichen. Ruzicka bezeichnet die Änderungen als irreversibel und unbegründet – ein direkter Angriff auf die Zukunft der Ernsten Musik.

In einem Schreiben an das Kartellamt, das der Redaktion BackstageClassical vorliegt, wirft Ruzicka der GEMA vor, mit ihrer Marktmacht gegen Diskriminierungsverbote zu verstoßen. Die Organisation schränke den Zugang der Ernsten Musik zum Markt unrechtmäßig ein. Um den Prozess zu stoppen, hat er ein sofortiges Missbrauchsverfahren beantragt sowie einstweilige Maßnahmen, um die Abstimmung über den Entwurf "Die Neue Kulturförderung" auf der GEMA-Hauptversammlung im Mai 2026 auszusetzen.

Ziel der Beschwerde ist es, die Reform vor der geplanten Abstimmung im nächsten Jahr zu blockieren. Bei Erfolg könnte das aktuelle Fördersystem erhalten bleiben und die Einkommen der Komponist:innen gesichert werden. Die Entscheidung wird zeigen, ob die Ernste Musik innerhalb der GEMA weiterhin finanzielle und institutionelle Unterstützung erhält.

Quelle