Ostdeutsche Flughäfen Dresden und Leipzig kämpfen um ihre Zukunft nach der Pandemie
Noah WeberWarum straucheln Ostflughäfen, während andere aufblühen? - Ostdeutsche Flughäfen Dresden und Leipzig kämpfen um ihre Zukunft nach der Pandemie
Flughäfen in Ostdeutschland kämpfen mit den Folgen der Pandemie
Die Flughäfen in Ostdeutschland kommen nur langsam von den Auswirkungen der Pandemie zurück. Leipzig/Halle und Dresden verzeichnen seit 2020 weniger Flüge, Ziele und Passagiere. Nun planen die Bundesländer Sachsen und Sachsen-Anhalt, die finanzielle Unterstützung für beide Standorte bis 2030 schrittweise auslaufen zu lassen.
Hintergrund der Entscheidung sind strukturelle Herausforderungen und die Konkurrenz durch größere Drehkreuze, die den regionalen Luftverkehr weiterhin belasten.
Der Rückgang der Passagierzahlen in Leipzig/Halle und Dresden ist vor allem auf die Abhängigkeit von Inlandsstrecken und klassischen Linienflügen zurückzuführen. Im Gegensatz zu großen Hubs oder Billigflug-Airports haben sich diese Standorte nicht so schnell erholt. Der Rückzug von Ryanair aus Leipzig/Halle im Jahr 2023 verschärfte die Situation zusätzlich – die Airline begründete ihren Abzug mit hohen Gebühren und Entgelten.
Zudem ziehen größere Flughäfen wie Berlin Brandenburg und Prag preissensible Reisende ab. Der Flughafen Nürnberg hingegen schneidet besser ab, da er über ein wohlhabenderes Einzugsgebiet verfügt und stärker vom Billigtourismus profitiert.
Um den Übergang zu erleichtern, wird Sachsen Dresden ab 2027 jährlich zusätzliche 9 Millionen Euro zur Verfügung stellen. Langfristig hängt das Überleben der Flughäfen jedoch davon ab, die Kosten für Airlines zu senken und das Destinationsmarketing zu verbessern. Ohne diese Maßnahmen wird es schwierig bleiben, wieder an die Passagierzahlen von vor der Pandemie anzuknüpfen.
Beide Flughäfen erfüllen in der Region unterschiedliche Funktionen: Leipzig/Halle dient vor allem als Fracht- und Freizeitzentrum, während Dresden stärker auf Geschäftsreisende ausgerichtet ist. Gemeinsam tragen sie mit 4,6 Milliarden Euro zur Bruttowertschöpfung bei und sichern über 52.000 Arbeitsplätze – Zahlen, die ihre wirtschaftliche Bedeutung trotz der aktuellen Probleme unterstreichen.
Das geplante Ende der Subventionen bis 2030 wird Leipzig/Halle und Dresden zum Umdenken zwingen. Geringere Gebühren, besseres Marketing und eine klarere Ausrichtung auf ihre Stärken könnten helfen, Passagiere zurückzugewinnen. Ohne diese Schritte könnte ihre Erholung im Vergleich zu wettbewerbsfähigeren Flughäfen weiter hinterherhinken.
