31 January 2026, 12:27

Osnabrück gedenkt der NS-Opfer mit neuer Ausstellung zu frühen Konzentrationslagern

Ein Gebäude mit einer Gedenktafel, einem Fenster, einer Tür, einem Licht, einer Kette und einigen Pflanzen, die an Holocaust-Opfer und Kriegsopfer erinnern.

Osnabrück gedenkt der NS-Opfer mit neuer Ausstellung zu frühen Konzentrationslagern

Rund 200 Menschen versammelten sich am 27. Januar auf dem Marktplatz in Osnabrück, um der Opfer des Nationalsozialismus zu gedenken. Bei der Veranstaltung wurde zudem die neue Ausstellung "Vorspiel des Terrors: Frühe Konzentrationslager im Nationalsozialismus" eröffnet. Rednerinnen und Redner, Schülerinnen und Schüler sowie Bürgerinnen und Bürger ehrten diejenigen, die während der NS-Zeit ihr Leben verloren.

Die Gedenkveranstaltung wurde vom Landkreistag Osnabrück organisiert. Bürgermeisterin Katharina Pötter und Landrätin Anna Kebschull legten Kränze an Gedenktafeln nieder, die an die jüdischen und niederländischen Opfer der Shoah erinnern. Pötter warnte vor einer Rückkehr entmenschlichender Ideologien und betonte die Bedeutung von Aufklärung, um ihnen entgegenzuwirken.

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Jonny Böhmer, stellvertretender Geschäftsführer der Niedersächsischen Beratungsstelle für Sinti und Roma, sprach über das Leid seiner eigenen Familie und der Osnabrücker Sinti-Gemeinschaft. Auch er legte einen Kranz zum Gedenken an die Sinti-Opfer nieder. Kantor Baruch Chauskin führte das Totengebet "El male Rachamim" für die sechs Millionen ermordeten Jüdinnen und Juden der NS-Zeit an.

Schülerinnen und Schüler der Alexanderschule Wallenhorst und der Mösers-Realschule sowie Aktivistinnen der Initiative "Omas gegen rechts" verlasen die Namen, Alter und Todesdaten von 38 Osnabrücker Opfern, darunter Felix Nussbaum und Peter van Pels. Ähnliche Gedenkveranstaltungen fanden in ganz Norddeutschland statt, darunter ein ökumenischer Gottesdienst in der Osnabrücker Marienkirche und eine Gedenkfeier in Hamburg, von wo aus während der NS-Zeit über 8.000 Jüdinnen und Juden, Sinti und Roma deportiert wurden.

Die Ausstellung "Vorspiel des Terrors" beleuchtet die frühen Konzentrationslager, die unter dem Nationalsozialismus eingerichtet wurden. Sie zeigt, wie die systematische Verfolgung bereits lange vor der tödlichsten Phase des Holocaust begann.

Die Gedenkveranstaltung in Osnabrück ehrte die vom NS-Regime Ermordeten und mahnte zugleich zur Wachsamkeit gegenüber heutigem Hass. Die neue Ausstellung bleibt für die Öffentlichkeit zugänglich und bietet einen Einblick in die Ursprünge der NS-Unterdrückung. Lokale Schulen und Gemeinschaftsgruppen setzen sich weiterhin dafür ein, das Andenken an die Opfer wachzuhalten.