06 March 2026, 10:19

Ontras baut 100 Kilometer Wasserstoff-Pipeline für Deutschlands Kernnetz

Eine detaillierte Weltkarte, die die geplanten Öl- und Gasrohrleitungen, wichtige Städte und Gewässer zeigt, mit begleitendem Text, der die Zwecke und Vorschläge der Rohrleitungen beschreibt.

Ontras baut 100 Kilometer Wasserstoff-Pipeline für Deutschlands Kernnetz

Die Ontras Gastransport GmbH hat einen bedeutenden Liefervertrag für das deutsche Wasserstoff-Kernnetz abgeschlossen. Die Vereinbarung umfasst rund 100 Kilometer Pipeline und stellt den bisher größten Einzelauftrag des Unternehmens dar. Das Projekt unterstützt den Bau der FGL 702, einer zentralen Komponente der künftigen Wasserstoffinfrastruktur Deutschlands.

Der neu unterzeichnete Vertrag im mittleren zweistelligen Millionenbereich sieht die Lieferung von Stahlrohren für zwei Abschnitte der Fernleitung FGL 702 vor. Diese verbinden Salzgitter mit Angersdorf und weisen Durchmessern von DN 800 und DN 600 auf. Die Produktion der Rohrsegmente soll 2027 beginnen, um rechtzeitig an die Baustellen entlang der Strecke geliefert zu werden.

Die Planfeststellung für die neuen Pipeline-Abschnitte soll noch in diesem Jahr starten. Die Bauarbeiten folgen dann 2027 und 2028, wobei die gesamte FGL 702 voraussichtlich im Dezember 2029 in Betrieb genommen wird. Fertiggestellt wird sie Teil des H₂-Starter-Netzes von Ontras – einem 600 Kilometer langen System, das wichtige Industriezentren wie das Chemiedreieck (Bitterfeld-Wolfen, Leuna, Schkopau), Eisenhüttenstadt und Hamburg mit dem nationalen Wasserstoff-Kernnetz verbindet.

Die FGL 702 ist eines von mehreren Projekten im Rahmen der Wasserstoffstrategie von Ontras. Dazu zählen auch das H₂-Start-Netz in Sachsen-Anhalt, das bis 2027 Leuna und umliegende Standorte an das Kernnetz anbinden wird, sowie die Initiative GET H₂ für Ostdeutschland. Das Wasserstoff-Kernnetz selbst wird über 9.040 Kilometer verlaufen, schrittweise bis 2032 fertiggestellt und mit geschätzten Gesamtinvestitionen von 18,9 Milliarden Euro realisiert. Geplant sind zudem grenzüberschreitende Verbindungen zur Nordsee und nach Polen als Teil des European Hydrogen Backbone.

Ab Dezember 2029 wird die FGL 702 den kommerziellen Wasserstofftransport aufnehmen. Ihre Fertigstellung stärkt die deutsche Wasserstoffinfrastruktur, unterstützt die industrielle Nachfrage und trägt zu den nationalen Energiezielen bei. Das Projekt ist Teil der Pläne für ein 9.040 Kilometer langes Kernnetz bis 2032.