25 March 2026, 12:17

Öffentlich-rechtliche Sender in der Kritik: Wirtschaft wird in Talkshows ignoriert

Schwarze-weiße Titelseite einer deutschen Zeitung vom 13. November 1939 mit der Schlagzeile "Weitpreubliche Zeitung" und einem Foto von Menschen in traditioneller deutscher Tracht beim Feiern.

Öffentlich-rechtliche Sender in der Kritik: Wirtschaft wird in Talkshows ignoriert

Längste Wirtschaftskrise seit Gründung der Bundesrepublik entfacht Kritik an öffentlich-rechtlichen Sendern

Die längste Wirtschaftsschwäche in Deutschland seit Bestehen der Bundesrepublik hat eine Debatte über die Berichterstattung der öffentlich-rechtlichen Sender zu Finanzthemen ausgelöst. Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) wirft ARD und ZDF vor, in ihren Talkformaten wirtschaftliche Perspektiven zu vernachlässigen. Geschäftsführer Thorsten Alsleben kritisiert, die Sender kämen ihrer öffentlichen Aufgabe nicht nach, indem sie wichtige Stimmen aus der Wirtschaft systematisch ausschlössen.

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Eine aktuelle Analyse der INSM zeigt einen deutlichen Rückgang wirtschaftspolitischer Themen in den großen Talkshows: Während 2023 noch 33 Prozent der Sendungen wirtschaftliche Fragestellungen behandelten, waren es 2025 nur noch 20 Prozent. Auch die Zusammensetzung der Gästelisten fällt unausgewogen aus: Politiker stellten mit 41 Prozent die größte Gruppe, gefolgt von Journalisten (27 Prozent) und Ökonomen (14 Prozent). Unternehmer und Vertreter der Industrie kamen dagegen lediglich auf 5 bzw. 2 Prozent.

Besonders auffällig: In 32 Prozent der Sendungen mit wirtschaftlichem Bezug war kein einziger Vertreter der Wirtschaft zu Gast. Bei Maischberger lag dieser Anteil sogar bei 80 Prozent. Demgegenüber widmete hart aber fair 39 Prozent seiner Ausgaben wirtschaftlichen Themen und bezog regelmäßig Führungskräfte aus der Wirtschaft ein.

Alsleben betonte, dass eine stärkere Einbindung von Praktikern die Diskussionen über die wirtschaftliche Erholung bereichern würde. Er forderte die Sender auf, ihre Runden ausbalancierter zu gestalten, und warnte, dass die aktuelle Praxis dazu führe, dass zentrale Perspektiven ungehört blieben.

Die Ergebnisse der INSM verdeutlichen eine wachsende Kluft zwischen den wirtschaftlichen Herausforderungen und ihrer medialen Abbildung. Angesichts rückläufiger Formate zu Finanzpolitik und begrenzter Beteiligung von Wirtschaftsvertretern droht die öffentliche Debatte an praxisnahen Einsichten zu verlieren. Nun liegt es an ARD und ZDF, ihre Formate entsprechend anzupassen.

Quelle