09 February 2026, 06:16

Obstbautage im Alten Land: Wie digitale Technologien und Birnenanbau die Region retten sollen

Ein Schwarz-Weiß-Foto eines Apfelgartens mit einer Maschine in der Mitte, umgeben von Bäumen und Gras, und hölzernen Kisten mit Äpfeln links.

Roboter und KI im Obstanbau auf der Messe in der Alten Welt - Obstbautage im Alten Land: Wie digitale Technologien und Birnenanbau die Region retten sollen

Im Alten Land zwischen Cuxhaven und Hamburg finden die 76. Norddeutschen Obstbautage in Jork statt – eine Plattform für Innovationen in der digitalen Landwirtschaft, darunter autonome Roboter und KI-gestützte Präzisionslandwirtschaft. Gleichzeitig setzen lokale Erzeuger auf den Ausbau des Birnenanbaus, da die Nachfrage nach regionalem Obst steigt.

Doch der Obstanbau im Alten Land ist in den vergangenen zehn Jahren geschrumpft: Während 2016 noch 12.000 Hektar mit Plantagen bewirtschaftet wurden, sind es heute nur noch rund 10.500 Hektar. Gründe für den Rückgang sind die Ausweitung von Siedlungsflächen, die Versiegelung von Böden und die Konkurrenz durch günstigere Importe. Äpfel dominieren mit 90 Prozent der Produktion, Birnen machen lediglich 3 Prozent aus.

Um den Birnenanbau zu fördern, startete das Land Niedersachsen 2020 das Alte Land Obstbaumprogramm mit einem Fördervolumen von 15 Millionen Euro. Das Programm unterstützt die Anlage neuer Hochstamm-Birnenplantagen, insbesondere der Sorten Conference und Williams Christ. Der Obstbauverband plant, bis 2024 insgesamt 200 Hektar neue Birnenkulturen anzulegen. Zusätzliche EU-Mittel aus der Gemeinsamen Agrarpolitik fließen in die Verbesserung von Bewässerungssystemen und Schädlingsbekämpfung.

Auf den Obstbautagen wird eine "Zukunftsbühne" digitale Fortschritte in der Landwirtschaft präsentieren. Im Rahmen des Projekts Samson, einer Kooperation mit dem Fraunhofer-Institut, entsteht ein "digitaler Zwilling" für jeden Obstbaum – mithilfe bildbasierter Verfahren. Die Technologie soll Effizienz steigern, Schädlinge früher erkennen und den Einsatz von Chemikalien reduzieren. Besucher können zudem autonome Maschinen in Aktion erleben, darunter einen Erdbeerpflückroboter der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg.

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Rund 150 Aussteller und 2.500 Besucher werden zu der zweitägigen Veranstaltung erwartet.

Der Ausbau der Birnenplantagen kommt zu einer Zeit, in der die Verbrauchernachfrage nach regionalem Obst wächst. Digitale Werkzeuge und Robotik, die auf den Obstbautagen gezeigt werden, könnten die Modernisierung der Branche vorantreiben. Mit neuen Fördermitteln und Technologien wollen die Erzeuger den Rückgang der Anbauflächen stoppen – und gleichzeitig die Marktanforderungen erfüllen.