Niedersachsen statten 83.000 Lehrkräfte mit Tablets für digitalen Unterricht aus
Lotta BrandtAlle Lehrer erhalten ebenfalls Tablets - ab Klasse 1 - Niedersachsen statten 83.000 Lehrkräfte mit Tablets für digitalen Unterricht aus
Die niedersächsische Landesregierung wird ab diesem Sommer alle Lehrkräfte an allgemeinbildenden Schulen mit Tablets ausstatten. Das Programm soll die digitale Bildung fördern – bis 2026 sollen rund 83.000 Geräte verteilt werden. Bildungsministerin Julia Willie Hamburg verteidigte den Schritt als "wichtigen Meilenstein für die Modernisierung der Klassenzimmer" im Land.
Die Auslieferung beginnt im Sommer 2026 an die Lehrkräfte, bevor im Schuljahr 2026/27 auch Schülerinnen und Schüler an der Reihe sind. Den Anfang machen Siebtklässler, die als erste eigene Tablets erhalten. Jüngere Kinder in den Grundschulen nutzen dagegen Klassensätze, um frühzeitig digitale Kompetenzen aufzubauen.
Kritik an der Initiative kommt vor allem aus den Reihen der Opposition. Der CDU-Abgeordnete Christian Führer hinterfragte, ob die Mittel nicht besser in die Bekämpfung des Fachkräftemangels fließen sollten. Aktuell liegt die Unterrichtsversorgung bei 97,2 Prozent – knapp unter dem angestrebten Ziel. Auch Kommunen melden Bedenken an: Zusätzliche Kosten für Verwaltung und Support würden die ohnehin angespannten Haushalte weiter belasten.
Befürworter betonen hingegen, dass Tablets die Unterrichtsqualität steigern und die Medienkompetenz stärken. Hamburg unterstrich, digitale Werkzeuge könnten den Unterricht in allen Fächern bereichern. Bei fast 77.800 Lehrkräften in Niedersachsens Schulen handelt es sich um eine der größten Investitionen in das Bildungssystem des Landes.
Das Tablet-Programm startet zunächst für Lehrkräfte, bevor es 2026 auf Schüler ausgeweitet wird. Während ältere Jahrgänge eigene Geräte erhalten, teilen sich Grundschulen Klassensätze. Trotz finanzieller Vorbehalte hält die Landesregierung digitalen Zugang für eine Schlüsseltechnologie der Zukunft.
