05 February 2026, 16:38

Niedersachsen investiert 30 Millionen in Cybersicherheit – doch Zweifel am Bundesprojekt "Cyberdome" bleiben

Ein roter Stempel mit der Aufschrift "Deutsches Reich" auf schwarzem Hintergrund.

Niedersachsen investiert 30 Millionen in Cybersicherheit – doch Zweifel am Bundesprojekt "Cyberdome" bleiben

Niedersachsen rollt 30-Millionen-Euro-Cybersicherheits-Schutz für seine Verwaltungsnetze aus – doch Innenministerin Daniela Behrens zeigt sich zurückhaltend gegenüber der geplanten "Cyberdome"-Initiative der Bundesregierung. Bisher fehlen ihr konkrete Details zum Vorhaben; Struktur und Zweck des Projekts wirft sie infrage.

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Die Bundesregierung hatte den "Cyberdome" im August 2025 als mehrstufiges Abwehrsystem nach dem Vorbild Israels "Iron Dome" angekündigt. Das auf KI gestützte System soll Cyberbedrohungen erkennen und abwehren, mit Fokus auf kritische Infrastrukturen wie Energie, Telekommunikation, Finanzen, Gesundheit und Regierungsnetze. Priorität hat die Echtzeit-Bedrohungsanalyse sowie schnelle Gegenmaßnahmen; bestehende Erkennungs- und Reaktionsmechanismen sollen unter dem Dach des Bundesinnenministeriums (BMI) gebündelt werden. Ein Kooperationsabkommen mit Israel, unterzeichnet von Innenminister Alexander Dobrindt und Ministerpräsident Netanjahu, sieht zudem ein gemeinsames KI-Cyber-Innovationszentrum und Wissensaustausch vor.

Trotz des bundesweiten Vorstoßes bleibt Behrens skeptisch. Sie gibt offen zu, das Konzept nicht vollständig zu durchdringen, und wartet auf einen konkreten Plan des BMI. Ihre Vorbehalte erstrecken sich auch auf die geplanten Reformen des Verfassungsschutzes. Zwar befürwortet sie eine Stärkung des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnologie (BSI), doch der Verfassungsschutz solle ihrer Meinung nach vorrangig als Frühwarnsystem agieren – nicht als intervenierende Behörde.

Niedersachsen hat unterdessen eigene Schritte eingeleitet: Der Landes-Verfassungsschutz wurde reformiert, die Ermittlungsinstrumente ausgebaut. Behrens zeigt sich grundsätzlich bereit, eine bundesweite Cybersicherheitsstrategie mitzutragen – allerdings nur, wenn sie dem Land direkte Vorteile bringt. Bis dahin wartet sie die Vorlage des Bundesreformgesetzes ab, bevor sie weitere Zusagen macht.

Der "Cyberdome" befindet sich noch in der Entwicklung; Bundesbehörden müssen Implementierung und Einbindung der Länder noch klären. Niedersachsens eigenständige Cybersicherheitsmaßnahmen sind bereits aktiv, während Behrens auf präzisere Vorgaben aus Berlin drängt. Bis dahin bleibt die Zusammenarbeit zwischen Landes- und Bundesebene ungewiss.