Niedersachsen diskutiert umstrittene Ausbildungsabgabe nach Bremer Vorbild
Noah WeberDGB will das Bremer Ausbildungsfondsystem auch in Niedersachsen einführen - Niedersachsen diskutiert umstrittene Ausbildungsabgabe nach Bremer Vorbild
Ernesto Harder, der neu gewählte Landesvorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) in Niedersachsen, setzt sich für die Einführung einer Ausbildungsabgabe nach Bremer Vorbild ein. Das Modell sieht vor, dass Unternehmen in einen Fonds einzahlen, der die Finanzierung von Ausbildungsplätzen unterstützt. Harder, der seit 2021 als DGB-Landesbezirkleiter in Bremen tätig war, wurde im Dezember 2024 in sein neues Amt gewählt.
Bremen hatte die Abgabe 2021 eingeführt, um den Druck auf den Ausbildungsmarkt zu verringern. Alle größeren Betriebe zahlen in den Fonds ein, während Unternehmen, die selbst ausbilden, Rückerstattungen erhalten. Das System erstattet Betrieben bis zu 2.250 Euro pro Auszubildendem und Jahr und übernimmt zusätzliche Qualifizierungsmaßnahmen für Ausbilder – etwa Sprachkurse.
Doch das Modell stößt auf Widerstand. Mehrere Industrie- und Handelskammern hatten die Abgabe gerichtlich angefochten, scheiterten jedoch mit ihren Klagen. Nun ziehen weitere Unternehmen vor Gericht und argumentieren, die Regelung belaste sie finanziell und bürokratisch, ohne den Fachkräftemangel zu beheben. Trotz der Kritik halten der DGB und Harder an der Forderung nach einem ähnlichen System in Niedersachsen fest. Auch die CDU im Land zeigt sich offen für eine Übernahme des Bremer Modells, bei dem sich Unternehmen an den Ausbildungskosten beteiligen.
Die Debatte um die Ausbildungsabgabe dauert an, während die rechtlichen Auseinandersetzungen weiterlaufen. Sollte Niedersachsen das Modell einführen, könnte dies die Art und Weise verändern, wie Unternehmen sich an der Finanzierung von Ausbildung beteiligen. Bisher bleibt Bremens System ein erprobtes – wenn auch umstrittenes – Vorbild zur Entlastung des Arbeitsmarktes.
